ImmobilienWohnungen werden so schnell vermietet wie seit Jahren nicht mehr
SDA
10.12.2025 - 08:51
Wohnungen werden wegen hoher Nachfrage sehr schnell vermietet (Symbolbild)
Keystone
Wer eine Wohnung sucht, muss schnell sein: Die Nachfrage ist so hoch, dass die ausgeschriebenen Mietobjekte in Rekordgeschwindigkeit wieder vergeben sind. Und das, obwohl das Angebot ebenfalls wächst.
Keystone-SDA
10.12.2025, 08:51
SDA
Die guten Neuigkeiten vorneweg: Auf den grossen Immobilienportalen wurden zwischen Oktober 2024 und September 2025 rund 408'600 Mietwohnungen ausgeschrieben – 24'000 mehr als im Jahr zuvor, was einem Plus von sechs Prozent entspricht.
Zu diesen Ergebnissen kommt der am Mittwoch veröffentlichte Online-Wohnungsindex OWI, der durch das Swiss Real Estate Institute im Auftrag des Verbands der Immobilienwirtschaft Schweiz (SVIT), des Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) und des Immobilienportals Newhome ermittelt wird.
Die Auswahl ist also etwas grösser, doch die wachsende Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Die durchschnittliche Insertionsdauer sank in der Folge um einen Tag auf 24 Tage und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung 2015.
«Es kommen mehr Wohnungen auf den Markt, die aber noch rascher wieder vermietet werden», heisst es in der Studie. Dies unterstreiche den anhaltend hohen Nachfragedruck. Zudem nutzten viele Mieterinnen und Mieter die wachsende Auswahl offensichtlich als Gelegenheit für einen Wohnungswechsel.
Regionale Unterschiede bleiben bestehen
Die Entwicklung verläuft regional unterschiedlich, folgt aber einem klaren Trend: In 19 von 26 Kantonen wurden mehr Wohnungen ausgeschrieben, in 14 Kantonen verkürzte sich parallel die Dauer der Ausschreibung.
Besonders deutlich wuchs das Angebot in Appenzell Ausserrhoden (+61%), im Wallis (+39%), in der Waadt (+29%) und in Graubünden (+29%). Trotzdem fanden Vermieter in all diesen Kantonen schneller neue Mietparteien.
Ein gegenteiliges Bild zeigt sich im Tessin: Dort wurden weniger Wohnungen ausgeschrieben (-23%) und die Inserate blieben länger online (+6 Tage), was auf eine sinkende Nachfrage deutet.
In Chur sind Wohnungen am schnellsten weg
Im Städtevergleich ist die Wohnungsknappheit in Chur am ausgeprägtesten. Obwohl dort deutlich mehr Wohnungen auf den Markt kamen (+48%), wurden sie im Schnitt bereits innert 10 Tagen vermietet – schweizweit ein Rekord. Auch Freiburg, Lausanne und Neuenburg verzeichnen eine steigende Nachfrage.
Schnell drehen die Märkte weiterhin in Zürich, Winterthur und Genf, wo Wohnungen nach 13 bis 16 Tagen neue Mieterinnen und Mieter finden. In Zürich gibt es allerdings zum zweiten Mal in Folge eine leichte Entspannung: Es werden so viele Wohnungen ausgeschrieben wie nie seit Beginn der Messungen 2015, was laut Studie mit Zu- und Wegzügen sowie Umzügen zusammenhängen dürfte.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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