ImmobilienZinsen für Festhypotheken sinken in der Schweiz
mk
10.12.2024 - 07:22
Die Zinsen für Festhypotheken sind im laufenden Jahr insbesondere dank den Leitzinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank deutlich gesunken, wie eine Analyse des Vergleichsportals Comparis zeigt.(Symbolbild)
Keystone
Die Konditionen für Festhypotheken haben sich in der Schweiz im Verlauf des zu Ende gehenden Jahres deutlich verbessert. Mit dem von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im März eingeschlagenen Zinssenkungszyklus sind auch die Zinsen für Festhypotheken gesunken.
Keystone-SDA, mk
10.12.2024, 07:22
SDA
Die publizierten Referenzzinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen per 6. Dezember bei 1,55 Prozent und damit um 0,71 Prozentpunkte tiefer als noch zu Jahresbeginn, wie das Vergleichsportal Comparis in ihrer am Dienstag veröffentlichten Zinsprognose schreibt. Ende September hatte der Richtsatz bei 1,81 Prozent gelegen.
Bei den von Comparis berechneten Richtsätzen handelt es sich um publizierte, aber noch verhandelbare Durchschnittszinsen von rund 30 Hypothekarinstituten.
Noch stärker als die Hypothekarzinsen sind laut Comparis die Refinanzierungskosten der Banken gefallen, die sogenannten Swaps. Der Zehnjahres-Swap fiel dabei seit Jahresbeginn um 0,83 Prozentpunkte auf 0,33 Prozent. Derweil ging die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen, der SNB-Kassazinssatz, um 0,44 Punkte auf 0,24 Prozent zurück.
Weitere SNB-Senkungen eingepreist
Nicht nur die Zinsen für zehnjährige Papiere, auch jene zu weiteren Laufzeiten seien in den letzten sechs Monaten stetig gefallen, hielt Comparis weiter fest. Die Inflation sei in der Schweiz rascher als erwartet geschrumpft, während die SNB den Leitzins seit März in drei Schritten von jeweils 25 Basispunkten auf noch 1 Prozent gesenkt hat.
«Die stark gefallenen Richtzinsen für Festhypotheken deuten darauf hin, dass die SNB ihren Zinssenkungszyklus fortsetzt. In den aktuellen Preisen sind bereits mindestens zwei weitere Zinssenkungen enthalten», ist Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert überzeugt. Der nächste SNB-Entscheid steht am kommenden Donnerstag (12.12.) auf der Agenda.
Bis Ende Juni 2025 gehen die Comparis-Experten derweil von Richtzinsen zu den zehnjährigen Festhypotheken in einer Bandbreite von 1,45 bis 1,65 Prozent aus. Jene für fünfjährige Hypotheken werden zwischen 1,30 und 1,45 Prozent erwartet, verglichen mit dem derzeitigen Richtsatz von 1,40 Prozent.
Druck auf hypothekarischen Referenzzins ist gross
Mit Blick auf die zuletzt stark rückläufigen Hypothekarzinsen werde auch der hypothekarische Referenzzins für Wohnungsmieten im kommenden Jahr wohl sinken, so die Mitteilung weiter. Anfang Dezember hatte das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) diesen Satz erneut unverändert belassen, nachdem dieser im Jahr 2023 um zwei Schritte von 1,25 Prozent auf 1,75 Prozent angehoben wurde.
«Die teils markanten Erhöhungen der Bestandsmieten aus den beiden Erhöhungen des Referenzzinssatzes haben sich nur in sehr bescheidenem Umfang auf die Inflation ausgewirkt», so Renkert. Sollten Ansprüche der Mieterschaft im Nachgang zu einer Senkung des Referenzsatzes geltend gemacht werden, sei daher auch nur mit geringen Inflationseffekten zu rechnen.
Demgegenüber seien Neumieterinnen und Neumieter aufgrund des knappen Wohnraums mit anhaltend steigenden Angebotsmieten konfrontiert. «Die insgesamt steigenden Mieten sind und bleiben auch in Zukunft ein bedeutender Inflationstreiber», ist der Comparis-Experte überzeugt.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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