75 Jobs weg Mega-Streit mit Zoo Zürich eskaliert – jetzt spricht der Chef der Stahlbauer

Sven Ziegler

16.1.2026

Der Bau der neuen Pantanal-Voliere im Zürcher Zoo steht aktuell still. 
Der Bau der neuen Pantanal-Voliere im Zürcher Zoo steht aktuell still. 
sda

Der Konflikt um den Bau der neuen Pantanal-Voliere im Zoo Zürich eskaliert weiter. Nach gescheiterten Verhandlungen erhebt der Chef der beteiligten Stahlbaufirma schwere Vorwürfe gegen den Zoo. Für das Unternehmen stehen Arbeitsplätze und die Existenz auf dem Spiel.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Streit zwischen dem Zoo Zürich und der Stahlbaufirma Baltensperger AG um Bauteile der neuen Pantanal-Voliere ist eskaliert.
  • Firmenchef Thomas Baltensperger wirft dem Zoo eine Ausnutzung der wirtschaftlichen Notlage vor.
  • Die Baltensperger AG befindet sich in provisorischer Nachlassstundung, 75 Arbeitsplätze sind gefährdet.

Seit Monaten schwelt der Streit um die Stahlkonstruktion der neuen Pantanal-Voliere im Zoo Zürich. Im Zentrum stehen sogenannte Bodenträger, die für die Statik der Anlage vorgesehen sind.

Der Zoo bemängelt die Qualität einzelner Stahlteile und fordert eine Übernahme zu deutlich tieferen Kosten. Die betroffene Stahlbaufirma hält die angebotene Entschädigung für wirtschaftlich nicht tragbar.

Nach einem weiteren gescheiterten Vermittlungsversuch ist der Konflikt nun öffentlich eskaliert. Thomas Baltensperger, CEO der Baltensperger AG, verteidigt sich im Interview mit «Inside Paradeplatz» gegen die Vorwürfe des Zoos und kritisiert dessen Vorgehen scharf.

Vorwurf: Keine Verhandlungen auf Augenhöhe

Baltensperger spricht von einer ungleichen Ausgangslage. Wenn ein Auftraggeber Bauteile im Millionenwert übernehmen wolle, dafür aber Preise unter dem Materialwert biete, sei das keine faire Verhandlung.

Die Kommunikation des Zoos bezeichnet er als einseitig und irreführend. Es entstehe der Eindruck, dass die wirtschaftliche Notlage des Unternehmens gezielt ausgenutzt werde.

Der Zoo Zürich weist diese Darstellung zurück. Zoodirektor Severin Dressen erklärte, die Weigerung der Firma, die Bauteile herauszugeben, zwinge den Zoo dazu, die Stahlteile einschmelzen und von einem anderen Unternehmen neu herstellen zu lassen. Dadurch liegt die Baustelle der Voliere derzeit still.

Existenzfrage für die Stahlbaufirma

Für die Baltensperger AG geht es um weit mehr als einen einzelnen Auftrag. Das Unternehmen aus Höri im Kanton Zürich beschäftigt 75 Mitarbeitende und befindet sich aktuell in provisorischer Nachlassstundung. Diese verschafft Zeit, um Sanierungsmöglichkeiten zu prüfen und einen Konkurs abzuwenden.

Parallel dazu plant die Firmenleitung die Gründung einer Auffanggesellschaft. Ziel ist es, zumindest einen Teil der Arbeitsplätze sowie das technische Know-how zu erhalten – unabhängig davon, wie der Streit mit dem Zoo Zürich endet.

Ob und wie der Konflikt gelöst werden kann, ist derzeit offen. Fest steht: Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang grosser Auftraggeber mit kleineren Zulieferern auf – und hat für beide Seiten erhebliche Konsequenzen.


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