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Jetzt meldenDonald Trump will durch seine Zölle die Industrie-Produktion in den USA stärken. Allerdings hat die Sache drei Haken: Bisherige Investitionen dort zahlen sich weniger aus, die Zukunft ist ungewiss – und es fehlt Personal.
Donald Trumps Zoll-Hammer hat die Finanzwelt geplättet: Der 78-Jährige beharrt darauf, dass seine Massnahme das Land wieder wohlhabend machen wird. Drei Punkte an seinen Plänen machen aber stutzig.
Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist der wichtigste Chip-Hersteller der Welt – und das Unternehmen hat Donald Trumps Atem schon gespürt, bevor er erneut ins Weisse Haus eingezogen ist. Im Mai 2024 sagt der New Yorker über die Insel: «Taiwan hat unser gesamtes Chip-Geschäft übernommen.»
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Nach seinem Wahlsieg legt Trump Mitte Februar nach: «Wir hatten Intel, wir hatten diese grossartigen Unternehmen, denen es so gut ging. Sie wurden uns weggenommen. Und wir wollen dieses Geschäft zurück. Wir wollen es zurück in den Vereinigten Staaten.»
I'm sorry that Trump is such a fool when he claims that Taiwan took the chip business from the USA.
— Gil (@greekarete.bsky.social) 14. Februar 2025 um 13:11
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Seine wenig subtile Drohung: «Wenn sie es nicht zurückbringen, werden wir nicht sehr glücklich sein.» Taiwan regiert prompt: Anfang März kündigt TSMC an, nicht weniger als 100 Milliarden Dollar in fünf neue Fabriken in den USA zu stecken. Ein Handelsstreit dürfte damit abgewendet sein, wird sich Taipeh gedacht haben.
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Weit gefehlt: Mit einem neuen Einfuhrzoll von 32 Prozent liegt Taiwan nur knapp unter den neuen Zöllen für China. Die Milliarden-Investition von TSMC hat sich mit Blick auf eine Vermeidung von Zöllen offensichtlich nicht ausgezahlt.
Trumps Zölle haben natürlich auch einen positiven Affekt auf die US-Wirtschaft: So hat etwa der schwedische Konzern Volvo angekündigt, mehr Autos in den Vereinigten Staaten produzieren zu wollen, nachdem Washington 25-Prozent-Zölle auf diese ausländischen Produkte verhängt hat.
Angesichts dieses Aufschlages mag sich ein Ausbau der US-Produktion lohnen – aber was ist, wenn die Demokraten 2028 die nächste Wahl des Präsidenten für sich entscheiden? Was, wenn sie die Zölle vielleicht schon nach erfolgreichen Zwischenwahlen 2026 kippen?
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Wäre es unter diesen Umständen nicht besser, wenn das Volvo-Werk in Mexiko mit seinen niedrigeren Löhnen erweitert worden wäre? Wahrscheinlich schon: Damit Trumps Zölle wirken, müssten die ausländischen Firmen besterdings sicher sein, dass sich diese Abgaben im kommenden Jahrzehnt nicht ändern werden.
Trump vergleicht bei seinem Zoll-Schema das Handelsdefizit beim Austausch von Gütern, lässt aber Dienstleistungen völlig aussen vor. Er will so dafür sorgen, dass in den USA selbst mehr Waren produziert werden. Wenn das Weisse Haus die Produktion im Inland tatsächlich hochfahren könnte, bräuchte es auch mehr entsprechende Arbeiterinnen und Arbeiter.
«Viel Glück», wünscht dabei das konservative «Wall Street Journal» (WSJ): US-Unternehmen haben demnach schon jetzt Probleme, «zuverlässige, pflichtbewusste Arbeitnehmer, die einen Drogentest bestehen können». Das Problem sei aber auch, dass fähige Arbeitnehmer zu viel staatliche Hilfe bekommen würden – oder Dinge studieren, die niemand brauche.
40 Prozent der kleineren Firmen hätten im März offene Stellen nicht besetzen können: Am grössten sei die Not im Baugewerbe, wo 56 Prozent der Jobs vakant seien – gefolgt von der Logistiksparte (53 Prozent) und eben dem produzierenden Gewerbe (47 Prozent). Seit 50 Jahren habe es nicht mehr so wenig freies Personal gegeben, schreibt das WSJ.

Mitarbeitende gesucht: Schild in Buffalo Grove, Illinois.
Archivbild: KEYSTONE
Gleichzeitig hat sich das Weisse Haus auf die Fahnen geschrieben, so viele illegal Eingewanderte abzuschieben wie möglich. Es wird, für diese Bevölkerungsgruppe also keine Amnestie geben, die Voraussetzung für ihre Integration in den regulären Arbeitsmarkt wäre.
Zumindest wird der anvisierte Umbau der Industrie viele Jahre dauern: Trump hat also noch Zeit, in dieser Sache gegenzusteuern.
... was Donald Trump mit seinen Zoll-Plänen natürlich erreicht, ist, dass nun jede Menge ausländische Unterhändler in Washington auftauchen, um mit der Administration zu verhandeln. Taiwan erwägt etwa, alle Zölle auf US-Produkte abzuschaffen – und auch die Schweiz will mit Trump verhandeln.
Wenn diese Beispiele Schule machen, verbessern sich die Handelskonditionen für die USA erheblich – und die Zoll-Pläne würden trotz etwaiger Schwächen zu einem Erfolg für den Präsidenten.