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Der Bitcoin-Kurs steht unter Druck – im Bild ein Verkaufsautomat in den USA. (Archivbild)
sda
Der Bitcoin steht unter massivem Druck. Die weltweit grösste Kryptowährung hat innerhalb weniger Tage zweistellig verloren und notiert inzwischen rund 50 Prozent unter ihrem Rekordhoch. Analysten sehen nun eine entscheidende Unterstützungszone, deren Bruch weitere Verkäufe auslösen könnte.
Für Bitcoin-Anleger waren die vergangenen Tage schmerzhaft. Die Kryptowährung verlor innerhalb einer Woche rund zwölf Prozent an Wert und fiel zeitweise auf knapp über 60'000 Dollar zurück.
Seit dem Höchststand von rund 126'000 Dollar im vergangenen Herbst hat sich der Kurs damit nahezu halbiert. Die Nervosität an den Kryptomärkten nimmt entsprechend zu.
Besonders kritisch ist die Lage, weil wichtige charttechnische Marken unter Druck geraten. Die Analysten von 21Shares sehen den Bereich um 60'000 Dollar als entscheidende Unterstützung. Dort verlaufen sowohl der 200-Wochen-Durchschnitt als auch wichtige Bewertungskennzahlen des Marktes.
Aus Sicht von 21Shares kam die jüngste Verkaufswelle nicht zufällig.
Für Verunsicherung sorgte zunächst die Nachricht, dass die Softwarefirma Strategy erstmals seit Jahren wieder Bitcoins verkauft hat. Zwar handelte es sich lediglich um 32 Bitcoin im Wert von rund 2,5 Millionen Dollar. Gemessen an den gigantischen Beständen des Unternehmens sei die Transaktion wirtschaftlich kaum relevant. Dennoch habe sie die Stimmung am Markt belastet.
Hinzu kamen massive Kapitalabflüsse aus den amerikanischen Bitcoin-ETF. Laut 21Shares flossen während zwölf Handelstagen in Folge rund vier Milliarden Dollar aus den Produkten ab. Damit drehten die Zuflüsse für das Gesamtjahr erstmals wieder ins Minus.
Gleichzeitig wurden innerhalb weniger Tage gehebelte Long-Positionen im Umfang von fast drei Milliarden Dollar liquidiert. Solche Zwangsverkäufe verstärken Kursbewegungen häufig zusätzlich.
Auch geopolitische Spannungen spielten eine Rolle. Die Gespräche mit dem Iran verschlechterten sich zuletzt deutlich. Gleichzeitig stiegen die Ölpreise, nachdem Teheran mit einer Blockade der Strasse von Hormus gedroht hatte.

Der Bitcoin-Kurs ist im vergangenen Jahr gecrasht.
Screenshot Bison
Parallel dazu fliesst immer mehr Kapital in den Boom rund um Künstliche Intelligenz. Während Technologiewerte in den USA und Asien von Rekord zu Rekord eilen, bleibt Bitcoin zunehmend aussen vor.
Die Analysten sehen darin einen wichtigen Grund für die aktuelle Schwäche. Anleger bevorzugen derzeit KI-Aktien gegenüber Kryptowährungen.
Trotz der heftigen Verluste sehen die Analysten von 21Shares derzeit noch keine Anzeichen für eine Kapitulation wie in früheren Bärenmärkten.
Langfristige Investoren halten weiterhin grosse Bestände, und auch die Abflüsse aus den Bitcoin-ETF haben bislang nicht zu einer massenhaften Auflösung institutioneller Positionen geführt. Zudem wächst die Menge an Stablecoins im Kryptomarkt weiter, was auf verfügbares Kapital für spätere Käufe hindeuten könnte.
Kurzfristig richtet sich der Blick jedoch auf eine einzige Marke: die Zone um 60'000 Dollar. Solange sie hält, besteht die Chance auf eine Stabilisierung. Fällt sie nachhaltig, dürfte sich die Diskussion rasch um deutlich tiefere Kursziele drehen.