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Der Traum vom Eigenheim ist nicht verloren. Die Banken sind einfach hartnäckiger geworden.
Bild: Keystone
Hypotheken verteuern sich, doch Immobilienexperten bleiben optimistisch: Trotz steigender Zinsen ist Wohneigentum weiterhin eine sichere Anlagemöglichkeit. Nur die Banken können den Käufern einen Strich durch die Rechnung machen.
Wer in der Schweiz eine Immobilie finanzieren will, muss tief durchatmen – und noch tiefer in die Tasche greifen. Die Hypothekarzinsen ziehen kräftig an, und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
Besonders betroffen sind langfristige Kredite: Die Differenz zwischen den zehn- und den zweijährigen Hypothekarzinsen ist auf 0,49 Prozentpunkte gestiegen – der höchste Wert seit November 2022. Das bedeutet: Längere Laufzeiten werden immer teurer, während kurzfristige Finanzierungen wieder attraktiver werden.
Für Immobilienkäufer und Hausbesitzer mit auslaufenden Hypotheken bedeutet das eine erhebliche Mehrbelastung.
Rolf Wirnsberger ist Broker-Owner bei der Immobilienfirma Remax Wallisellen. Er sagt: «Ich glaube nicht, dass der Zinssatz der Hauptpunkt ist, welcher entscheidet, ob Menschen eine Immobile kaufen, oder nicht. Psychologisch gesehen, machen 0,2 Prozent Zinsunterschied nicht einen allzu grossen Unterschied.
Der Ursprung liege vielmehr in der heutigen Zeit und der unsicheren Weltpolitik. «Ich glaube, die Weltpolitik macht den Menschen mehr Sorgen als die momentane Zinsentwicklung. Eine Immobilie ist eine langfristige Investition und da macht man sich mehr Gedanken, wie die Lage in 10 Jahren aussehen wird», sagt Wirnsberger.
Wirnsberger ist aber nach wie vor überzeugt, dass eine Investition in eine Immobilie eine gute Sache sei. «Eine Investition in eine Immobilie ist weiter hin eine sehr sichere Methode, sein Geld anzulegen – und das lang und mittelfristig gesehen.»
Denn in der Schweiz wird das Bauland immer dünner und die Bevölkerung wird immer grösser. Sprich: Es wird immer mehr Menschen geben, die auf der Suche nach Wohnraum sind. «Der Gedanke, eine Immobilie zu kaufen, selber zu bewohnen oder zu vermieten ergibt für die Zukunft weiter Sinn», sagt Wirnsberger.
«Ich erzähle immer die gleiche Geschichte», beginnt Wirnsberger und sagt weiter: «Ein Mann, den ich mal in Davos kennengelernt habe, hat sich vor 40 Jahren ein Haus gekauft.» Damals habe er zwei Wochen schlaflose Nächte verbracht. Weil es eine grosse Investition sei und er nicht wisse, wie er dies geldmässig stemmen könne. «Heute sagt er, es sei die beste Investition seines Lebens gewesen.»
Eigentlich gebe es keinen Unterschied zwischen heute und noch vor 50 Jahren. Die Ausgangslage sei die gleiche. «Führer hatte man andere Einkommen als vor 40 Jahren, aber die Immobilienpreise waren eben auch tiefer. Heute verdient man mehr, die Preise sind aber auch gestiegen», erklärt Wirnsberger.
Der Immobilienexperte sieht mehr einen Wandel im Bankenwesen: «Heute sind es die Banken, die entscheiden. Die haben sich etwas gemässigt, bei der Vergabe von Hypotheken. Das liegt an verschiedenen Faktoren.»
Der Kontakt zwischen Bankkunden und Bankmitarbeiter sei nicht mehr so persönlich: «Heute bearbeitet jemand aus dem Backoffice Hypothekenvergaben.» Zusätzlich seien die Ansprüche auf einen Bezüger einer Hypotheke von der Bank gestiegen.
«Ich glaube, der Wunsch für ein Eigenheim ist immer noch sehr stark», sagt Wirnsberger. Der Weg dahin sei etwas steiniger geworden. «Wenn wir mit einem Objekt auf dem Markt gehen, hatten wir früher 20 Anfragen, heute haben wir vielleicht noch vier.» Das heisse aber nicht, dass alle 20 welche angefragt haben, auch gekauft hätten.
Wirnsberger glaubt, das Kaufverhalten werde wieder anziehen, zum Beispiel, wenn an der Börse oder anderen Investitionsmöglichkeiten weniger Sicherheit herrsche, würde. «Dann werden sich die Menschen überlegen, in andere, sicherere Anlagen zu investieren, zum Beispiel in Immobilien», sagt er.