Fehler gefunden?
Jetzt meldenFehler gefunden?
Jetzt melden
Zuletzt waren die Benzinpreise nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine so hoch.
KEYSTONE
Der Krieg im Iran lässt die Ölpreise weltweit steigen – mit Folgen für Autofahrer in der Schweiz. Erste politische Stimmen verlangen nun, dass der Bund eingreift, um einen starken Anstieg der Benzinpreise zu verhindern.
Der Krieg im Iran wirkt sich zunehmend auf die Energiemärkte aus – und könnte bald auch an Schweizer Tankstellen spürbar werden. Hintergrund ist unter anderem die Lage rund um die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Öl weltweit.
So ist der Preis für Rohöl innerhalb weniger Tage um mehr als zehn Prozent gestiegen. Ein Teil des weltweiten Ölhandels wird über die Meerenge zwischen Iran und Oman abgewickelt. Da die Strasse von Hormus derzeit für den internationalen Schiffsverkehr blockiert ist, hat das auch direkte Folgen für die globalen Märkte.
Auch in der Schweiz wächst deshalb die Sorge vor steigenden Treibstoffpreisen. Erste Stimmen aus der Branche gehen davon aus, dass sich die Preise an den Zapfsäulen erhöhen könnten.
SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann fordert deshalb laut «Blick», dass der Bund eingreifen soll. Sein Vorschlag: Die Mineralölsteuer auf Treibstoff vorübergehend senken, um den Preisanstieg zu dämpfen. Ziel sei es, den Benzinpreis möglichst auf dem Niveau von vor dem Ausbruch der aktuellen Eskalation zu halten.
Wyssmann argumentiert, dass ein grosser Teil des Treibstoffpreises in der Schweiz aus staatlichen Abgaben besteht. Neben der Mineralölsteuer fällt auch Mehrwertsteuer auf den gesamten Betrag an. Insgesamt generierten diese Abgaben im Jahr 2024 rund 4,3 Milliarden Franken Einnahmen für den Bund.
Steigende Treibstoffpreise hätten laut dem SVP-Politiker auch Auswirkungen auf andere Bereiche der Wirtschaft. Höhere Transportkosten könnten sich etwa auf Lebensmittelpreise oder Baukosten auswirken. Um eine zusätzliche Inflation zu vermeiden, brauche es deshalb rasche Gegenmassnahmen.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass Preisanstiege an der Tankstelle oft verzögert auftreten. Treibstoff, der derzeit verkauft wird, wurde teilweise bereits vor Wochen oder Monaten eingekauft. Erst wenn neue Lieferungen zu höheren Preisen beschafft werden, schlagen sich steigende Ölpreise an den Zapfsäulen nieder.
Beobachter sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten «Rockets-and-Feathers»-Effekt. Preise steigen häufig schnell, wenn die Einkaufskosten zunehmen, sinken aber deutlich langsamer, wenn sich die Märkte wieder beruhigen.
Wie stark der Benzinpreis tatsächlich steigen wird, hängt deshalb auch davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten weiterentwickelt.