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US-Präsident Donald Trump während seiner Ankündigung neuer Zölle.
Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Donald Trump hat mit seinem Zoll-Hammer nicht nur den Börsenmärkten einen Schock versetzt. Für viele US-Unternehmen sind die Zölle Gift – nun kritisieren die ersten Bosse öffentlich den US-Präsidenten.
Bei der Amtseinführung des Donald Trump waren sie alle da: Der neue US-Präsident präsentierte sich umringt von Amerikas schwerreichen Tech-Bossen. Sie unterstützen seinen Wahlkampf mit hunderten Millionen Dollar – in der Hoffnung, von der neuen Regierung zu profitieren. Auch ausserhalb der Tech-Branche sammelte Trump viele Millionen Dollar an Unterstützung ein.
Durch die erratische Zoll-Politik jedoch werden nun erste Risse dieser Allianz sichtbar. Wie das «Wall Street Journal» berichtet, haben gleich mehrere Wirtschaftsbosse ihrem Unmut über Trumps Zoll-Politik geäussert.
Demnach beschränkten sich in den Tagen nach Trumps Ankündigung in der vergangenen Woche die CEOs lediglich darauf, ihre Frustration privat an Handelsgruppen und Lobbyisten weiterzugeben. Zudem seien hastig neue Treffen mit Trump-Beamten zum Thema Handel arrangiert worden – mit «unbefriedigenden Antworten», wie Führungskräfte und Unternehmensberater der Zeitung sagten.
So zeigt sich Bahram Akradi, CEO der Edel-Fitnesskette Life Time Group Holdings, frustriert über die weltweit verhängten Zölle. «Dem kann ich nicht zustimmen – wir befinden uns in einer globalen Wirtschaft», sagt er dem «Wall Street Journal» und fügt hinzu: «Das darf so nicht bleiben.»
Auch Farooq Kathwari, CEO des Möbelherstellers Danbury, kritisiert die Zölle und fordert Trump zur Rücknahme auf: «Es ist kein Fehler, zurück zu ziehen, es ist kein Versagen.»
Die Bosse stehen unter grossem Druck. Investoren wollen wissen, wie sich Trumps Zölle auf die Unternehmen auswirken. Einer von diesen Investoren ist der schwerreiche Bill Ackman, Milliardär und Hedge-Fond-Manager.
Der Trump-Anhänger fordert den Präsidenten dringend zum Handeln auf und schlägt eine Zoll-Pause von 90 Tagen für Verhandlungen mit Handelspartner vor, sonst drohe ein «selbstverschuldeter, ökonomischer nuklearer Winter».

US-Präsident Donald Trump bekommt wegen seiner Zoll-Politik zunehmend Gegenwind zu spüren.
Bild: Evan Vucci/AP/dpa
Auf der Musk-Plattform X legt Ackmann nach und schlägt düstere Töne an: «Wir sind dabei, das Vertrauen in unser Land als Handelspartner, als Standort für Geschäfte und als Markt für Kapitalinvestitionen zu zerstören.»
GameStop-CEO Ryan Cohen – auch er ein Trump-Anhänger – reagiert mit Häme: «Ich bin so gepannt auf mein 10'000 Dollar ‹made in USA›-iPhone», schrieb er auf X. Cohens Firma hat indessen bereits unter den Zöllen zu leiden. Denn Videospiel-Riese Nintento hat angekündigt, Vorbestellungen der neuen Nintendo Switch 2 aus den USA auf unbestimmte Zeit nicht auszuführen – wegen den Zöllen.
Während die ersten Bosse ihren Unmut öffentlich kundtun, hält die Mehrheit jedoch noch still. Als Grund vermutet Management-Professor Jeffrey Sonnenfeld schlicht Angst vor der Rache Trumps, wie er dem «Wall Street Journal» sagte.
Denn im vergangenen Monat sei die Trump-Administration rigoros etwa gegen missliebige Kanzleien vorgegangen. Ausserdem wurden Bundes-Behörden angewiesen, Unternehmen und andere Organisationen für Prüfungen hinsichtlich ihrer Diversitätsregeln ausfindig zu machen.
Sonnenfeld habe in den vergangenen Monaten von den frustrierten CEOs mehrerer grosser börsennotierter Unternehmen gehört, dass Handelsgruppen sich den Zöllen energischer widersetzen sollten. «Individuell wollen sie jedoch nicht der Prügelknabe sein», sagt Sonnenfeld. «Dann wird es für sie persönlich».