Fehler gefunden?
Jetzt meldenIn Europa und auch in den USA strafen Konsumentinnen und Konsumenten Elon Musk für seine Politik ab: Seit Dezember hat er 100 Milliarden Dollar verloren. Sorgen muss man sich um den reichsten Mann der Welt aber nicht.
Elon Musk polarisiert – und das schlägt sich aktuell auf seinem Konto nieder: Seit Dezember hat der reichste Mann der Welt satte 100 Milliarden Dollar verloren, hält «NBC News» erstaunt fest. Dennoch: Der Südafrikaner bleibt weiter mit Abstand an der Spitze der wohlhabendsten Menschen des Planeten.
Dass Musk rund ein Viertel seines Vermögens verloren hat, hängt mit dem Sinkflug der Aktie seines Autobauers Tesla zusammen, die am 25. Februar erneut um 8 Prozent gesunken ist. Der Grund: In Europa brechen die Verkaufszahlen ein. Im Januar wurden dort im Vergleich zum Vorjahr 45 Prozent weniger Teslas abgesetzt. Und das, obwohl die Nachfrage nach Elektroautos laut «Bloomberg» gestiegen ist.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
«NBC News» erklärt, dass Investoren jetzt womöglich auch bloss Kasse machen, nachdem Tesla zuletzt so einen Höhenflug hingelegt hat: Trotz der aktuellen Verluste habe die Aktie im letzten Handelsjahr 52 Prozent zugelegt. Gleichzeitig ist man sich mit «Bloomberg» einig, dass die sinkenden Verkaufszahlen bei Tesla auch mit dem kontroversen Auftritt des Firmenchefs in Washington zu tun haben.
Dass die Stimmung gereizt ist, wenn es um Musk geht, müssen Tesla-Besitzende in London am eigenen Leib erfahren: Gruppen, die sich Everyone Hates Elon nennen, kapern Werbefläche für Anti-Tesla-Reklame. Andere kleben entsprechende Aufkleber auf Teslas oder beschmieren die Autos.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Stars wie die US-Sängerin Sheryl Crow verkaufen öffentlichkeitswirksam ihren Tesla, vor Filialen in den USA protestieren Menschen – und in so unterschiedlichen Ländern wie Polen und Malaysia gibt es Aufrufe zum Boykott der Marke.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Nachlesen lässt sich diese Entwicklung auf X, das jedoch ebenfalls von Musks neuer politischer Berufung negativ beeinflusst wird. Seit Ende vergangenen Jahres laufen dem Dienst die Userinnen und User davon. Andere profitieren. Auf die Frage, warum Konkurrent Bluesky so schnell wächst, antwortet Twitter-Gründer und Bluesky-Mitgründer Jack Dorsey ehrlich: «Ich glaube, die Leute wollen einfach von X weg.»
Der Unmut über Musk hat viele Gründe. Sie reichen von der Gaza-Politik über seine Aussage, Deutschland solle den Holocaust hinter sich lassen bis zur Wahlunterstützung der AfD und seiner Arbeit in Donald Trumps neuer Effizienzabteilung DOGE. In dieser Funktion will der 53-Jährige die «Kettensäge» sein, die die Bürokratie auseinandernimmt.
Während der reichste Mann der Welt das Budget der Entwicklungshilfe USAID zusammenstreicht, bleiben seine eigenen Verträge mit der US-Regierung offenbar von Sparmassnahmen ausgeschlossen. Und der Südafrikaner verdient gut an Uncle Sam.
Seit 2008 habe er knapp 21 Milliarden Dollar eingestrichen, weiss der britische «Independent». Das Raumfahrtunternehmen SpaceX habe Verträge über insgesamt 20,7 Milliarden Dollar abgeschlossen, von denen bisher 8,7 Milliarden bezahlt worden seien.
Die Nasa bestreitet mit 14,6 Milliarden den Grossteil des Vertragsvolumens, doch wenn die Behörde weitere Operationen von SpaceX ausführen lassen würde, könnte diese Summe auf 56,4 Milliarden Dollar anstiegen. 5,6 Milliarden Dollar des SpaceX-Vertragsvolumens kommen vom Verteidigungsministerium für Starlink-Dienste und den Start von Satelliten.
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Tesla bekommt bisher zwar wenige Regierungsaufträge, habe in den letzten Jahren aber von Steuer-Erleichterungen massiv profitiert, so der «Independent». Zuletzt gab es dann doch Gerüchte, Tesla könnte einen Auftrag über 400 Millionen Dollar für gepanzerte Elektroautos bekommen.
Nicht zu beziffern sind Vorteile, die sich Musk dadurch verschafft, dass er Behörden eindampft oder ausbremst, die gegen seine Firmen ermitteln. Das gilt für das Justiz- und Verkehrsministerium (Tesla), die Food and Drug Administration (Neuralink) oder das Consumer Financial Protection Bureau (Bezahldienste bei X).
Fraglich ist, ob Musk in seiner Position auch an Daten herankommt, die Angebote von Konkurrenten betreffen.