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Traditions-Batteriehersteller meldet Insolvenz an – 3250 Jobs betroffen
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Krise bei Varta

Traditions-Batteriehersteller meldet Insolvenz an – 3250 Jobs betroffen

Bernd Weißbrod/dpa

Der Batteriehersteller Varta hat nach Angaben aus Finanzkreisen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen braucht kurzfristig einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, doch neue Geldgeber fanden sich nicht. Nun droht die Zerschlagung des Konzerns.

Keystone-SDA

Keystone-SDA

24.07.2026, 14:11

Darum geht's

  • Varta hat beim Amtsgericht Stuttgart vier Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung eingereicht.
  • Das Unternehmen benötigt kurzfristig zusätzliches Kapital im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
  • Rund 3260 Beschäftigte sind betroffen, zudem droht die Aufspaltung des Konzerns.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Die Batterieherstellerin und Montana-Tech-Tochter Varta hat nach Angaben aus Finanzkreisen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor war in dieser Woche bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen.

Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätige den Eingang von vier Anträgen. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit. Varta kündigte auf Anfrage eine Mitteilung an.

Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründete ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens. Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen.

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

Sanierung sollte Insolvenz vermeiden

2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April vergangenen Jahres erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs.

Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Grosskunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her – die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.

2017 brachte der Österreicher Michael Tojner das Unternehmen an die Börse. Tojner ist zu 50 Prozent an Varta beteiligt, die anderen 50 Prozent hält der Sportwagenbauer Porsche. In der Schweiz ist Tojner unter anderem als Verwaltungsratspräsident von Montana Aerospace bekannt.

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