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blue News zeigt sieben spektakuläre Betrugsfälle aus aller Welt und der Schweiz.
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Ob Schneeballsystem, Börsenbetrug oder mutmassliche Veruntreuung: Immer wieder erschüttern spektakuläre Betrugsfälle die Wirtschaft und Gesellschaft. Diese sieben Fälle aus der Schweiz und dem Ausland zeigen, wie mit falschen Versprechen Milliarden verschwanden und Tausende Menschen ihr Vermögen verloren.
Milliarden verschwanden, Unternehmen brachen zusammen und Tausende Menschen verloren ihre Ersparnisse. Manche der grössten Betrugsfälle der Geschichte begannen mit einem einzigen Versprechen: hohe Gewinne, sichere Geschäfte oder revolutionäre Ideen.
Andere nutzten ihre Machtposition aus, um sich selbst zu bereichern. Diese sieben Fälle sorgten weltweit und in der Schweiz für Schlagzeilen.
Josef Jakob wurde durch eine Langzeitdokumentation des Schweizer Fernsehens SRF landesweit bekannt. Über Jahre gab er sich als Finanzexperte aus und versprach Kleinanlegern hohe Gewinne. Stattdessen brachte er viele Menschen um ihre Ersparnisse – sogar seinen eigenen Bruder, der sein gesamtes Pensionskassengeld verlor.
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Insgesamt verbrachte Jakob rund 15 Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung wurde er erneut straffällig und gründete wieder eine Vermögensverwaltungsfirma. Bis zu seinem Tod im Jahr 2019 zeigte er laut den SRF-Dokumentationen kaum Einsicht. Seine Geschichte wurde in der Reportage «Das Leben eines Betrügers» festgehalten.
Bernie Madoff genoss an der Wall Street über Jahre einen guten Ruf. Vermögende Privatpersonen, Banken, Stiftungen und Prominente vertrauten ihm ihr Geld an. Der US-Finanzmanager versprach seinen Kundinnen und Kunden gleichmässige Renditen – selbst dann, wenn die Börsen schwankten. Hinter den angeblichen Erfolgen standen jedoch keine entsprechenden Geschäfte.
Madoff betrieb ein sogenanntes Ponzi-System: Er bezahlte bestehende Anleger mit dem Geld neuer Kunden. Kontoauszüge und Handelsunterlagen wurden gefälscht, damit es so aussah, als würden die Investitionen Gewinne abwerfen. Das System funktionierte so lange, wie genug neues Geld einfloss und nicht zu viele Anleger gleichzeitig eine Auszahlung verlangten.

Bernie Madoff konnte durch betrügerische Handlungen mehrere Milliaren US-Dollar erbeuten.
Keystone/AP/Stuart Ramson
Im Dezember 2008 brach das Konstrukt während der Finanzkrise zusammen. Madoff gestand seinen Söhnen, dass sein Anlagegeschäft «eine grosse Lüge» sei. Diese informierten die Behörden, kurz darauf wurde er festgenommen. Im März 2009 bekannte er sich in elf Anklagepunkten schuldig. Die gefälschten Kontoauszüge wiesen Guthaben von rund 64 bis 65 Milliarden US-Dollar aus. Die tatsächlichen Nettoverluste der Anleger lagen deutlich tiefer, aber ebenfalls im zweistelligen Milliardenbereich. Tausende Privatpersonen und Organisationen waren betroffen.
Ein US-Gericht verurteilte Madoff 2009 zu 150 Jahren Gefängnis. Er starb 2021 im Alter von 82 Jahren in einem Gefängnisspital. Sein Fall gilt bis heute als einer der grössten Anlagebetrugsfälle der Geschichte.
Ruja Ignatova versprach Anlegerinnen und Anlegern eine Revolution der Finanzwelt. Mit ihrer Kryptowährung OneCoin wollte die gebürtige Bulgarin den Bitcoin überholen und warb weltweit mit Vorträgen und grossen Veranstaltungen für ihr Projekt. Millionen Menschen investierten in der Hoffnung auf hohe Gewinne.

Ruja Ignatova erbeutete 4 Milliarden US-Dollar.
ZDF und Mathias Bothor/Serviceplan
Später stellte sich heraus, dass OneCoin keine echte Kryptowährung war. Es existierte keine öffentliche Blockchain, stattdessen beruhte das Geschäftsmodell laut den Ermittlungsbehörden auf einem Schneeballsystem. Schätzungen zufolge verloren Anleger weltweit rund 4 Milliarden US-Dollar.
Im Oktober 2017 verschwand Ignatova, kurz bevor in den USA ein Haftbefehl gegen sie erlassen wurde. Sie bestieg in Bulgarien ein Flugzeug nach Griechenland – seither fehlt von ihr jede Spur. Das FBI setzte sie 2022 auf die Liste der «Ten Most Wanted Fugitives» und lobte eine Belohnung von bis zu 5 Millionen US-Dollar für Hinweise aus. Bis heute ist unklar, ob Ruja Ignatova noch lebt oder sich mit einer neuen Identität versteckt hält.
Jordan Belfort machte sich in den 1990er-Jahren als Börsenmakler einen Namen. Mit seiner Firma Stratton Oakmont verkaufte er Anlegerinnen und Anlegern praktisch wertlose Aktien. Gleichzeitig trieben Belfort und seine Mitarbeiter die Kurse künstlich in die Höhe, um die Papiere anschliessend mit Gewinn zu verkaufen. Dieses Vorgehen ist als «Pump and Dump» bekannt.

Über das Leben von Jordan Belfort wurde ein Film gedreht namens «The Wolf of Wall Street», in der Hauptrolle mit Leonardo Dicaprio.
www.imago-images.de
Der Betrug brachte Belfort und seinem Umfeld Millionen ein. Tausende Anleger verloren dabei insgesamt rund 200 Millionen US-Dollar. 1999 bekannte sich Belfort unter anderem wegen Wertpapierbetrugs und Geldwäscherei schuldig. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, kam jedoch nach 22 Monaten wieder frei, nachdem er mit den Ermittlungsbehörden kooperiert hatte.
Weltweit bekannt wurde Belfort später durch seine Autobiografie «The Wolf of Wall Street», die 2013 mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle verfilmt wurde. Heute arbeitet der ehemalige Börsenmakler als Autor und Motivationstrainer. Sein Fall gilt bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für Börsenbetrug in den USA.
Pierin Vincenz prägte Raiffeisen Schweiz während mehr als 15 Jahren. Unter seiner Führung entwickelte sich die Bankengruppe zur drittgrössten Bank der Schweiz. Nach seinem Rücktritt im Jahr 2015 geriet der frühere CEO jedoch ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Die Zürcher Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Stellung genutzt zu haben, um sich bei Unternehmensübernahmen und Geschäftspartnern persönlich zu bereichern.

Im Privatleben zahlte Pierin Vincenz mit der Firmenkreditkarte. Insgesamt geht es um mehrere Millionen Franken.
KEYSTONE
Im Zentrum der Vorwürfe stehen Beteiligungen an Firmenübernahmen und private Ausgaben. Laut Anklage soll Vincenz bei verschiedenen Geschäften verdeckt finanzielle Vorteile erhalten haben, ohne diese offenzulegen. Zudem soll er private Restaurantbesuche, Hotelübernachtungen, Reisen und weitere Ausgaben über Firmenkreditkarten abgerechnet haben. Insgesamt geht es um mehrere Millionen Franken.
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte Vincenz im April 2022 unter anderem wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung und passiver Bestechung zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Vincenz bestritt die Vorwürfe und legte Berufung ein. Das Zürcher Obergericht hob das Urteil zunächst wegen Verfahrensfehlern auf. Das Bundesgericht entschied jedoch später, dass der Berufungsprozess weitergeführt werden muss. Im August 2026 ist jedoch ein mehrtägiger Berufungsprozess angesagt.
Der Swissair-Hunter-Fall geht auf den Zusammenbruch der Swissair im Jahr 2001 zurück. Mit der sogenannten Hunter-Strategie wollte die damalige Airline durch den Kauf von Beteiligungen an mehreren europäischen Fluggesellschaften wachsen. Die teuren Übernahmen belasteten das Unternehmen jedoch zunehmend. Als die Einnahmen zurückgingen und sich die finanzielle Lage verschlechterte, geriet die Swissair in eine Krise. Am 2. Oktober 2001 mussten zahlreiche Flugzeuge am Boden bleiben, weil das Geld für den Flugbetrieb fehlte. Das Ereignis ging als «Grounding» in die Schweizer Geschichte ein.

Am 2. Oktober 2001 kam das grosse «Gorunding» der Swissair.
KEYSTONE
In der Folge ermittelte die Zürcher Staatsanwaltschaft gegen 19 ehemalige Manager und Verwaltungsräte. Ihnen wurden unter anderem ungetreue Geschäftsbesorgung, Gläubigerschädigung, Misswirtschaft und Urkundenfälschung vorgeworfen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Verantwortlichen mit ihren Entscheidungen den Niedergang der Swissair strafrechtlich zu verantworten hatten.
Das Bezirksgericht Bülach sprach 2007 jedoch die meisten Angeklagten frei. Das Gericht kam zum Schluss, dass sich zwar unternehmerische Fehlentscheide nachweisen liessen, diese aber nicht automatisch strafbar seien. Der Swissair-Hunter-Fall gilt bis heute als eines der grössten Wirtschaftsstrafverfahren der Schweiz und zeigt, wie schwierig es ist, wirtschaftliche Risiken und strafbares Verhalten voneinander abzugrenzen.
René Benko galt lange als einer der erfolgreichsten Immobilienunternehmer Europas. Mit seiner Signa Holding baute der Österreicher ein Firmengeflecht auf, das Kaufhäuser, Luxushotels und Bürogebäude in mehreren Ländern besass. Zum Konzern gehörten unter anderem das KaDeWe in Berlin, die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, das Chrysler Building in New York sowie zahlreiche Immobilien in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

René Benko ist noch nicht aus dem Shcneider. Die Justiz ermittelt weiterhin gegen ihn.
sda
Ende 2023 geriet das Unternehmen jedoch in eine schwere Finanzkrise. Hohe Zinsen, steigende Baukosten und eine grosse Schuldenlast führten dazu, dass die Signa Holding Insolvenz anmelden musste. Es folgten weitere Insolvenzen innerhalb der Unternehmensgruppe. Gläubiger fordern mehrere Milliarden Euro zurück.
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Österreich sowie weitere Behörden in Deutschland und Italien ermitteln gegen Benko unter anderem wegen Betrugs, Untreue, Insolvenzdelikten und möglicher Gläubigerbegünstigung. Die Ermittler prüfen, ob Vermögenswerte kurz vor dem Zusammenbruch beiseitegeschafft oder Gläubiger benachteiligt wurden. Benko weist die Vorwürfe zurück. Ein rechtskräftiges Urteil liegt bislang nicht vor. Bis zu einem rechtskräftigen Entscheid gilt die Unschuldsvermutung.