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Capri-Sun mit einem Papier-Strohhalm? Den Firmeninhaber Hans-Peter Wild nervt's.
KEYSTONE
Die Macher des Zuckergetränkes Capri-Sun sind mit einer Petition gescheitert, die Druck auf die EU machen sollte, damit Plastikstrohhalme wieder zugelassen werden. Der Firmeninhaber sagt nun selbst, dass das Vorhaben falsch aufgezogen wurde.
Capri-Sun trommelt seit dem Jahr 2020 dafür, dass Plastik-Strohhalme wieder eingeführt werden: Im August 2024 hat die Marke deshalb sogar eine entsprechende Petition auf Change.org aufgegleist. Das Ziel: eine Million Unterschriften zu sammeln.
Gegründet wurde das Unternehmen unter dem Namen Capri-Sonne von Rudolf Wild in Baden-Württemberg. Heute hat die Firma ihren Sitz in Baar ZG und wird von Hans-Peter Wild, einem von Rudolf Wilds beiden Söhnen, geführt. Er lebt seit 37 Jahren in der Schweiz. «Das Plastikröhrli-Verbot ist zwar gut gemeint, doch in unserem Fall macht es überhaupt keinen Sinn», sagt der Inhaber im August 2024 der «Sonntagszeitung».
Der Versuch, Druck auf die EU und ihre Strohhalm-Verordnung zu machen, ist jedoch krachend gescheitert: Nach nur gut 169'000 Unterschriften wurde die Petition nun geschlossen. «Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei», ärgert sich Hans-Peter Wild in der «Rhein-Neckar-Zeitung».
Und der Milliardär wiederholt, was er damals der Schweizer Zeitung gesagt hat: «In der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.» Die Kundinnen und Kunden würden sich beschweren: Papierstrohhalme würden zu weich werden und das Getränk anders schmecken lassen.
«Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis», äussert Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe ihr Unverständnis über Capri-Sun. «Die kleinen Trinkbeutel sind vor allem für den Konsum unterwegs konzipiert und landen entsprechend oft in der Umwelt.»
Capri-Sun steht nicht nur wegen des Abfalls in der Kritik, sondern auch wegen des hohen Zuckergehalts der Getränke.