11.01.2017 - 15:00, uri

Er kam aus dem Nichts: Asteroid rast an Erde vorbei

 

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Weitgehend unbemerkt schoss am Montag ein Asteroid in der Grösse eines 10-stöckigen Gebäudes ziemlich knapp an der Erde vorbei - Experten sahen ihn erst spät kommen.

Asteroid 2017 AG13 - so der sperrige Name des womöglich bis zu 34 Meter grossen Himmelskörpers - kam fast aus dem Nichts, als er um 13.47 Uhr (MEZ) an der Erde vorbei rauschte. Wie die «Welt» berichtet, waren Astronomen des «Catalina Sky Survey (CSS)», einem US-Projekt, das gefährliche Asteroiden früh entdecken will, offenbar erst am Sonntag (Ortszeit) auf den Astroiden aufmerksam geworden.  

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Beim Meteoriteneinschlag nahe Tscheljabinsk im Ural im Jahr 2013 wurden Hunderte Menschen verletzt und zahllose Gebäude beschädigt (Archiv).
Bild: Keystone

Laut der Zeitung habe sich der Vorbeiflug in relativ kurzer Entfernung ereignet: Der Asteroid habe die Erde in rund 200'000 Kilometern, also in etwa der halber Distanz zum Mond, mit einer Geschwindigkeit von 16 Kilometern pro Sekunde passiert.  

Das Astronomie-Portal Slooh twitterte augenzwinkernd über das Ereignis: «Während ihr auf die Schlummertaste getrommelt habt, wurden wir fast von einem Asteroiden getroffen!»

Und obwohl offenbar tatsächlich nicht allergrösste Gefahr bestand, ist das Ereignis durchaus dazu angetan, die Risiken durch Asteroiden zu verdeutlichen. Erst Ende des Jahres hatten Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass es sich bei den Himmelskörpern um «eine der wenigen vorhersagbaren Naturkatastrophen» handle.

Techniken zur Asteroidenabwehr und Evakuierung gefordert

Der ehemalige Nasa-Astronaut und Asteroiden-Warner Rusty Schweickart plädierte im Dezember für ein Bündel an Massnahmen, um die Katstrophe zu verhindern. Es brauche ein Frühwarnsystem, «Techniken zur Asteroidenabwehr und Evakuierung» und man müsse politische Vorbereitungen treffen. Schweickart erklärte: «Das ist eine planetare Entscheidung. Wir müssen das alle zusammen machen. Oder es passiert nicht.»

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Wie die australische Nachrichtenseite «news.com.au» schreibt, hätte Asteroid 2017 AG13 im Falle der Explosion in der Erdatmosphäre wohl eine Sprengkraft von 700 Kilotonnen entwickelt. Zum Vergleich: Die Atombombe auf Hiroshima hatte lediglich eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen, explodierte aber auch nur in einer Höhe von 580 Metern.  

Besonders spektakulär war ein Himmelskörper, in diesem Fall ein Meteorit, am 15. Februar 2013 bei der Stadt Tscheljabinsk im im russischen Ural niedergegangen. Laut Berechnungen hatte dieser ursprünglich wohl einen Durchmesser von rund 19 Meter und eine Masse von 12'000 Tonnen. In einer Höhe von 30 Kilometern brach der Meteor auseinander, es kam zu einer Druckwelle, die angeblich 37000 Gebäude in sechs Städten beschädigte und zu Verletzungen bei rund 1500 Menschen führte.  

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