18.05.2017 - 13:00, uri

Monster-Vulkan könnte bald ausbrechen

 

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Unter Neapel schlummert ein Supervulkan - eine neue Modellsimulation lässt befürchten, dass es früher zur Eruption kommen könnte als bisher angenommen.

Im letzten Dezember hatten Wissenschaftler bereits vermehrt Anzeichen für eine stärkere Aktivität des Supervulkans unter den Phlegräischen Feldern (italienisch Campi Flegrei = brennende Felder) bei Neapel beobachtet. Ein Vulkanologenteam des University College London kam nun mit einem neuen Modell zu Bruch-Effekten im Gestein über Vulkanen zu einem weiteren beunruhigenden Befund.  

Bisher gingen Experten davon aus, dass Erdbewegungen auf den Phlegräischen Feldern dazu führen, dass durch die Dehnung der Gesteinskruste Energie abgebaut wird. Laut den Forschern aus London verhält es sich tatsächlich aber gegenteilig: Seit den 1950er Jahren habe die Unruhe im Erdreich dazu geführt, dass sich die Energie hier kumulativ aufgebaut hat. Die Gefahr für einen grösseren Ausbruch sei damit gestiegen.

«Kritische Phase»

Studienleiter Christopher Kilburn vermutet eine «kritische Phase», in der weitere Aktivitäten die «Wahrscheinlichkeit einer Eruption erhöhen». Er warnte, die Behörden müssten sich auf einen Ausbruch vorbereiten, auch wenn mathematische Modelle keine genaue Vorhersage erlauben würden. Bei den Campi Flegrei ein Muster zu beobachten, das die Wissenschaftler bei der Prüfung ihres Modells auch bei anderen Vulkanen gesehen hätten.

Ausbrüche von Supervulkanen – weltweit sind 20 der schlafenden Riesen bekannt – sind sehr selten. Doch wenn es soweit ist, dann sind sie häufig verheerend. Mitunter zigtausend Kubikmeter Asche und Gesteinsmaterial werden dann bis zu 50 Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleudert und können einen sogenannten vulkanischen Winter auslösen, der zur Abkühlung des Weltklimas führt, einhergehend mit dem möglichen Massenaussterben zahlreicher Arten.  

Beim letzten grossen Ausbruch des Supervulkans unter den Phlegräischen Feldern vor 39'000 Jahren bildete sich nach der Entleerung der Magmakammer ein rund zwölf Kilometer breiter Krater. Wissenschaftler vermuten, dass die Eruption für das Aussterben der Neandertaler mitverantwortlich ist.  

Weitere Anzeichen für bevorstehenden Ausbruch

Letztmalig kam es zu einem kleineren Ausbruch auf den Phlegräischen Feldern im Jahr 1538, der acht Tage dauerte, den 133 Meter hohen Monte Nuovo entstehen liess und angeblich 24 Menschenleben forderte. Schon eine ähnliche Eruption dürfte im inzwischen dichtbesiedelten Grossraum Neapel bedeutend dramatischere Folgen zeigen. «Es wäre extrem gefährlich», erklärte Giovanni Chiodini vom Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie in Bologna Ende letzten Jahres der Nachrichtenagentur AFP. Der Wissenschaftler betrachtet 500'000 Menschen als stark gefährdet, da sie direkt auf oder neben der Caldera leben.  

Das Forscherteam um Chiodini konnte auch berichten, dass sich in den heissen Quellen auf den Phlegräischen Feldern der Kohlenmonoxidanteil vervierfacht hatte. Die Wissenschaftler befürchteten, das könnte aufsteigendes Magma signalisieren. Als weiteres Anzeichen für einen bevorstehenden Lavaausbruch werteten sie, dass due Temperatur der Wasserfontänen signifikant gestiegen war, der Boden vermehrt zitterte und sich bereits seit 11 Jahren hebt.  

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