13.01.2018 - 15:45, jfk

Japanischer Baukonzern plant Unterwasserstadt für 5000 Menschen

 

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Fällt den Japanern noch etwas ein, um ihr dichtbesiedeltes Inselreich zu entlasten? In der Tat: Die Baufirma Shimizu plant eine Unterwasserstadt, die im Jahr 2030 fertiggestellt werden könnte.

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Etwa 70 Prozent unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt, von denen wiederum 80 Prozent dem Bereich der Tiefsee zugeordnet werden. Dieser Raum bietet nicht nur ein bisher kaum genutztes Potential an Wohnfläche, sondern auch an Möglichkeiten der Energie- und Nahrungsgewinnung. Das börsennotierte Unternehmen Shimizu will diesen Ressourcenreichtum in dem visionären Bauprojekt «Ocean Spiral» ausschöpfen und eine nahezu autarke Unterwasserstadt errichten.

Der eine Teil des Habitats soll aus einem kugelförmigen Gebilde mit einem Durchmesser von rund 500 Metern bestehen, das direkt unter der Wasseroberfläche schwebt. Anders als sonstwo in Japan geschützt vor Erdbeben, Taifunen und jahres- wie tageszeitlichen Temperaturschwankungen. Dort sollen Wohnungen und Arbeitsstätten mit der entsprechenden Infrastruktur untergebracht werden. Der erste Anlauf für ein derartiges Unterfangen soll 5000 Menschen eine Heimat bieten.

Von der Kugel führt dem Plan zufolge eine 15 Kilometer lange Spiralstruktur bis zum Meeresboden in vier Kilometern Tiefe hinab. Mit ihr werden Energie, Frischwasser und Nahrungsmittel gewonnen. Durch die Temperaturunterschiede zwischen kaltem Tiefseewasser und warmem Oberflächenwasser lässt sich ein Generator betreiben, der Strom liefert. Der hohe Druck in der Tiefe ermöglicht eine Entsalzung des Meerwassers durch Osmosemembranen. In unterseeischen Farmen werden Nahrungsmittel für die Stadt in Form von Fischen, Meeresfrüchten und Pflanzen gewonnen.

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Die gondelförmige Basis am Meeresboden soll zur Einlagerung von klimaschädlichem Kohlendioxid genutzt werden, möglicherweise auch zur Umwandlung von CO2 in Methangas mithilfe von der dort lebenden Mikroorganismen. Ausserdem kann hier nach natürlichen und anorganischen Ressourcen geforscht und geschürft werden. Auch seismische Aktivitäten sollen hier unter einzigartigen Bedingungen aufgezeichnet werden können.

Die Idee wurde zum ersten Mal 2014 vorgestellt, seitdem hat Shimizu zusammen mit der Universität von Tokio und der «Japan Agency for Marine Earth Science and Technology» an dem Konzept gearbeitet. Die Bauzeit für «Ocean Spiral» wird mit fünf Jahren veranschlagt, die Kosten mit drei Trillionen japanischen Yen, was knapp 26 Milliarden Franken entspricht. Wie das Unternehmen mitteilt, könnten ab 2030 die ersten Menschen ihre Unterwasserwohnungen beziehen.

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