5'100 Tonnen oder 1'000 Elefanten – so viel Plastik landet in der Umwelt

tafi

12.7.2019 - 11:14

Da hilft nur sammeln, sammeln, sammeln: Jedes Jahr landen mehr als 5'000 Tonnen Plastikabfall in der Schweizer Umwelt.
Keystone

Littering ist das echtes Problem: Eine Studie der Empa zeigt, wie viel Plastikabfall jedes Jahr in der Schweiz in der Umwelt landet. Ein gigantischer Berg, der so viel wie 1'000 Elefanten wiegt.

In einer Modellrechnung hat die Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa im Auftrag des Bundes untersucht, wie viel Plastik jedes Jahr in die Schweizer Umwelt gelangt. Das Ergebnis ist – wenig überraschend – erschreckend: Man könnte auch 1'000 Afrikanische Elefanten in der Landschaft verteilen. Die wiegen ungefähr genausoviel.



5'120 Tonnen Plastikabfall gelangen nämlich gemäss der Studie jedes Jahr in die Umwelt. Die schlimmsten Umweltsünder sind demnach Güsel-Sünder, die achtlos PET-Flaschen und Plastiksäckli wegwerfen. Auch die Landwirtschaftg trägt einen grossen Teil zur Vermüllung bei: «Das ist dadurch bedingt, dass grosse Mengen an Plastikfolien in der Landwirtschaft gebraucht werden und Plastik so in die Umwelt gelangt», sagte Bernd Nowack von der Empa dem SRF.

Richtig trennen ist der erste Schritt

Ein Teil des auf den Äckern gefundenen Plastikmülls stamme aus privaten Haushalten: Vor allem, wenn bei der Grünabfuhr nicht richtig getrennt werde, sei das ein Problem. Hier könnten Konsumentinnen und Konsumenten einen Beitrag leisten, indem sie auf eine korrekte Entsorgung achten.

Für die Modellrechnung untersuchten die Forscher die sieben am häufigsten verwendeten Kunststoffe, die in Verpackungen, Isolationen und Textilien verwendet werden. Davon werden in der Schweiz jährlich etwa 710'000 Tonnen verbraucht.



Von den 5'120 Tonnen Plastikmüll landen 4'400 Tonnen Makroplastik auf dem Boden, dazu geraten gut 100 Tonnen Makroplastik in die Gewässer. Zusätzlich geraten «600 Tonnen Mikroplastik in oder auf Böden und knapp 15 Tonnen in Gewässern», schreibt die Empa.

Bund will Massnahmen ergreifen

Die Menge sei zwar bedeutend weniger als bei der Makroplastik, «doch ist die Anzahl Partikel, die Auswirkungen auf die Organismen haben könnten, sehr viel grösser.» Zumal die Zahlen im Segment Mikroplastik nicht komplett sind: Hier müssste noch der Reifenabtrieb von Fahrzeugen eingerechnet werden, der allerdings nicht berücksichtigt wurde. Die Empa hat zu diesem Thema eine eigenständige Untersuchung gestartet.

Auf Basis der aktuellen Studienergebnisse will sich der Bund nun konkrete Massnahmen überlegen, wie des Abfallproblems Herr geworden werden kann.

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