Der Weg auf den MondWie es nach Artemis 2 weitergeht
Noemi Hüsser
20.4.2026
«Welcome home» – Neue Aufnahmen zeigen: So wird die Artemis-II-Crew aus der Orion-Kapsel geborgen
Die spektakulären Bilder zeigen den entscheidenden Moment nach der bislang weitesten Reise von Menschen ins All: Die Luke der Orion-Kapsel öffnet sich – und die Artemis-II-Crew wird im Pazifik jubelnd empfangen.
15.04.2026
Mit Artemis 2 hat die Nasa gezeigt, dass der Weg zurück zum Mond funktionieren kann. Nun folgen weitere Missionen, die entscheidende Technologien testen sollen. Ein Überblick.
Die Artemis-2-Mission umrundete erfolgreich den Mond und lieferte wichtige Erkenntnisse zur Orion-Kapsel.
Artemis 3 – geplant für 2027 – wird keine Mondlandung durchführen, sondern im Erdorbit zentrale Systeme, das Andocken an Landefähren und neue Raumanzüge testen.
Die erste bemannte Mondlandung seit über 50 Jahren ist für Artemis IV 2028 vorgesehen.
Die Crew der Artemis 2 ist am 11. April wieder auf der Erde gelandet. In einer vielbeachteten Mission hat sie den Mond umrundet.
Doch dabei soll es nicht bleiben. Das grosse Ziel der Nasa ist es, über 50 Jahre nach den Apollo-Missionen wieder Menschen auf den Mond zu bringen und dort langfristig eine Basis aufzubauen.
Diese soll ermöglichen, auf dem Mond zu forschen, Bodenschätze abzubauen, und als Ausgangspunkt für spätere Missionen – etwa zum Mars – dienen.
Artemis 2 war dabei vor allem Test der Orion-Kapsel, in der die Astronaut*innen während der Missionen leben. Die Crew sammelte dabei wertvolle Erkenntnisse über die Systeme an Bord: So stellte sie beispielsweise fest, dass die Toilette in der Kapsel zeitweise nicht richtig funktionierte.
Der nächste Schritt im Artemis-Programm ist nun Artemis 2. Die Mission ist derzeit für Mitte 2027 geplant. Ursprünglich sollte Artemis 3. bereits eine bemannte Mondlandung durchführen.
Dieser Plan wurde jedoch im Februar überarbeitet. Stattdessen soll die Mission nun im Erdorbit zentrale Systeme und Abläufe testen. Grund dafür ist laut Nasa, dass zentrale Systeme noch nicht ausreichend getestet sind und eine zusätzliche Testmission die Risiken minimieren soll.
Artemis IV bringt Menschen wieder auf den Mond
Artemis 3 wird daher nicht bis zum Mond fliegen, sondern in den niedrigen Erdorbit – etwa in die Höhe der Internationalen Raumstation (ISS). Auch diese Mission wird bemannt sein. Dort soll die Orion-Kapsel das Andocken an eine Mondlandefähre testen, mit der Astronaut*innen später vom Orbit auf die Mondoberfläche gelangen sollen.
Visualisierungen der Mondlander von Blue Orgin (links) und SpaceX.
Bild:Blue Orgin / Space X
Die Landefähre startet separat und trifft Orion erst im All. Die Nasa hat solche Landefähren bei den privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX (gegründet von Elon Musk) und Blue Origin (gegründet von Jeff Bezos) in Auftrag gegeben. Geplant ist, möglichst beide Systeme zu erproben. Auch neue Raumanzüge sollen erstmals getestet werden.
Die erste bemannte Mondlandung seit über 50 Jahren ist derzeit für Artemis IV im Jahr 2028 vorgesehen. Zwei Astronaut*innen sollen dann voraussichtlich von der Orion-Kapsel aus mit einer Landefähre auf dem Mond landen. Welche Landefähre zum Einsatz kommt, dürfte auch vom Erfolg der Tests im Rahmen von Artemis 3 abhängen.
Die Mondlandefähren sind derzeit der grösste Unsicherheitsfaktor für den Zeitplan der kommenden Artemis-Missionen. Die Landefähre von SpaceX hat zwar bereits mehrere Testflüge absolviert, doch viele zentrale Technologien – etwa das Auftanken im All – wurden bislang noch nicht erprobt. Die Landefähre von Blue Origin befindet sich noch in einem früheren Entwicklungsstadium und ist bisher noch nie geflogen.
Der Leiter der Nasa, Jared Isaacman, ist dennoch optimistisch. «Wir wissen aufgrund der aktuellen Informationen und des Feedbacks unserer Partner, dass vieles realisierbar ist», sagte er Anfang April während einer Medienkonferenz.
«Erfolg wird in Monaten gemessen, nicht in Jahren»
In den darauffolgenden Jahren und ab Artemis V will die Nasa die Mondmissionen deutlich häufiger durchführen. Ziel ist es, mindestens einmal pro Jahr Menschen, Ausrüstung und Infrastruktur zum Mond zu bringen.
Diese Visualisierung zeigt, wie die Mondbasis der Nasa dereinst aussehen soll.
Nasa
Die geplante Mondbasis soll schrittweise entstehen – von ersten Tests über einfache Infrastruktur bis hin zu einer dauerhaften Präsenz von Menschen auf dem Mond. Langfristig sollen Starts zum Mond alle sechs Monate möglich sein.
«Die Uhr läuft in diesem Wettbewerb der Grossmächte – Erfolg oder Misserfolg wird in Monaten gemessen, nicht in Jahren», sagte Isaacman Ende März.
Wer Teil der Crews von Artemis 3 und 4 sein wird, ist noch nicht bekannt. Die Nasa hat jedoch angekündigt, die Besatzung für Artemis 3 bald vorzustellen. Eine einzelne Artemis-Mission kostet mehrere Milliarden Dollar, das gesamte Programm geht in die zweistelligen Milliarden.
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