Neue Spezies entdeckt: Blauer Mini-Oktopus vor den Galápagos-Inseln verblüfft Forschende
Ein Unterwasser-Roboter filmt vor den Galápagos-Inseln eine winzige blaue Kreatur. Der kaum golfballgrosse Oktopus entpuppt sich später als unbekannte Art mit glatter Haut und einem einzigen grossen Zahn.
26.05.2026
Ein Unterwasser-Roboter filmt vor den Galápagos-Inseln eine winzige blaue Kreatur. Der kaum golfballgrosse Oktopus entpuppt sich später als unbekannte Art mit glatter Haut und einem einzigen grossen Zahn.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Nahe der Galápagos-Inseln wurde eine bisher unbekannte Oktopus-Art entdeckt.
- Das Tier wurde bereits 2015 während einer Tiefsee-Expedition eingefangen. Erst Jahre später erkannten Forschende seine Einzigartigkeit.
- Mittels moderner 3D-CT-Scans konnte die kleine Kreatur genau unter die Lupe genommen werden.
Das Tier, das nur etwa die Grösse eines Golfballs hat, wird im Fachjournal «Zootaxa» als neue Spezies mit dem Namen Microeledone galapagensis beschrieben.
Die Entdeckung geht auf eine Tiefsee-Expedition mit einem Forschungsschiff im Jahr 2015 zurück. Nahe der Isla Darwin im äussersten Nordwestens des Galápagos-Archipels steuerte die Besatzung einen ferngesteuerten Unterwasserroboter (ROV) über den Meeresboden. In einer Tiefe von rund 1'773 Metern filmte die Kamera an einem Unterwasserberg den kleinen Kraken.
«Ich hatte so etwas noch nie gesehen»
Videoaufzeichnungen der Mission dokumentieren die Begeisterung der Wissenschaftler: «Er ist winzig» und «Er ist blau», hielten sie ihre ersten Eindrücke fest. Während der Expedition wurden zwei weitere Exemplare beobachtet, ein weibliches Individuum wurde für Untersuchungen eingefangen.
Janet Voight, Expertin für Tintenfische am Field Museum in Chicago und Hauptautorin der Studie, erkannte sofort die Besonderheit des Fundes. «Ich hatte so etwas noch nie gesehen», sagte sie. Die Oktopusse haben kurze, rund drei bis vier Zentimeter lange Ärmchen mit jeweils etwa 30 Saugnäpfen.
Einsatz von Mikro-Computertomographie
Da das Team nur ein Tier der neuen Art gefangen hatte, stand es vor einer wissenschaftlichen Herausforderung. Für eine klassische Artbeschreibung müssen normalerweise typische Merkmale wie Mundwerkzeuge und Organe untersucht und beschrieben werden. Um das Tier nicht aufschneiden zu müssen, nutzten die Froschenden hochauflösende Mikro-Computertomographie (CT).
Durch diese Methode wurden tausende Röntgen-Schnittbilder digital zu einem präzisen 3D-Modell zusammengesetzt. So konnten feinste Details der inneren Organe und des Mundes sichtbar gemacht werden.
Mehr zum Thema
Livestream aus der Tiefsee: Viraler Hit für die Wissenschaft dank einem roten Seestern
Damit hat das Forschungsteam nicht gerechnet. Ein Livestream aus der Tiefsee vor Argentinien sorgt für Rekordwerte, was wissenschaftliche Videos angeht. Eine Figur aus Sponge Bob spielt dabei eine wichtige Rolle.
07.08.2025