«Hope»-Diamant könnte aus innerem Erdmantel stammen

SDA/uri

25.6.2020 - 06:30

Der legendäre «Hope»-Diamant könnte gemäss neuester Forschung aus fast 700 Kilometern unter der Erdoberfläche stammen. (Archiv)
Source: dpa

Die meisten Diamanten entstehen in einer Tiefe von etwa 150 bis 200 Kilometern unter der Erdoberfläche. Doch es gibt Ausnahmen – und die betreffen auch die britischen Kronjuwelen.

Der legendäre «Hope»-Diamant könnte gemäss einer Studie mehr als dreimal so tief aus der Erde stammen wie die meisten anderen Diamanten.

Eine Untersuchung ähnlicher Diamanten bestätige Vermutungen, dass sein Ursprung im inneren Erdmantel liege, berichteten Wissenschaftler um Evan Smith vom Amerikanischen Institut für Gemmologie (GIA) bei der Goldschmidt-Geochemie-Konferenz, die wegen Corona online stattfindet.

Riesen aus der Tiefe

Der «Hope»-Diamant wurde im 17. Jahrhundert in Indien gefunden und ist inzwischen in einem Museum in Washington zu sehen. Auch der «Cullinan»-Diamant, der 1905 in Südafrika gefunden wurde und als der grösste bisher entdeckte Diamant gilt, könnte demnach aus dem inneren Erdmantel stammen. Der Diamant wurde wenige Jahre nach der Entdeckung gespalten, neun grosse Stücke sind Teil der britischen Kronjuwelen.

Ein Diamant entsteht meist durch Druck im Erdmantel, der Schicht zwischen Erdkruste und Erdkern. Die meisten Diamanten stammen aus einer Tiefe von 150 bis 200 Kilometern, einige wenige aber auch aus einer Tiefe von mehr als 660 Kilometern.

Die Forscher um Evan Smith vom GIA untersuchten Diamanten derselben Klassifikation wie der «Hope»-Diamant und der «Cullinan»-Diamant mit Lasern und entdeckten Überreste des Materials Bridgmanit, das nur in einer Tiefe von mehr als 660 Kilometer vorkommt.

Zurück zur Startseite