Erscheinungen und Botschaften: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

grö

30.3.2018 - 10:00

Nur eines ist gewiss: Dass wir alle einmal sterben müssen. Doch was kommt danach? Menschen berichten immer wieder von unerklärlichen Erlebnissen - das sagen die Religionen.

Ein Leben nach dem Tod, daran glaubte der am 14. März 2018 verstorbene Physiker Stephen Hawking nicht. Für ihn war das menschliche Gehirn ein Computer und die Idee vom Jenseits etwas für Menschen, die Angst im Dunkeln haben.

Ganz anders sieht das Theresa Cheung. Mit ihrem Buch «Answers from Heaven» («Antworten aus dem Himmel») landete sie einen Bestseller. Darin lässt sie zahlreiche Menschen zu Wort kommen, die über ihre paranormalen Begegnungen mit Verstorbenen berichten.

Cheung selbst schreibt in der «Daily Mail»: «Ich bin nicht verrückt, ich habe sogar einen Master in Theologie und Englisch an der Universität Cambridge.» Sie würde aber alle Skeptiker verstehen. Diese Zeilen schreiben könnte sie auch nicht mehr, wenn ihr vor über 20 Jahren nicht die Stimme ihrer verstorbenen Mutter sagte, sie solle mit dem Auto nach rechts abbiegen. Wäre sie wie gewohnt nach links eingespurt, dann wäre sie ebenfalls in einen Auffahrunfall mit einem LKW verwickelt worden, der drei Todesopfer forderte. Seither ist sie überzeugt, dass ihre Mutter vom Himmel aus eine Botschaft schickte und sie so gelenkt habe.

Was kommt also nach dem Tod? Ewiges Leben im Himmel, die Verdammnis in der Hölle oder die Wiedergeburt als Erdenkind oder gar als Tier? Mit dieser Frage beschäftigen sich Völker schon seit Menschengedenken. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Auch die fünf grossen Weltreligionen haben zusammengefasst und gekürzt sehr unterschiedliche Vorstellungen zum Thema:

Christentum

An eine Auferstehung nach dem Tod glauben die Christen aufgrund der Osterereignisse. Nach diesem Verständnis nimmt Jesus Christus, der Sohn Gottes, indem er ans Kreuz genagelt wurde, die Sünden aller Menschen auf sich. Nach seinem Tod wurde Jesus begraben und ist laut der Verkündung des Neuen Testaments am dritten Tag auferstanden.

In der Bibel findet sich zu einer Trennung von Körper und Geist nach dem Tod kein eindeutiger Hinweis. Unklarheiten gibt es auch zum Jüngsten Gericht. Gläubige kommen laut christlicher Theologie in den Himmel, doch wer zu Lebzeiten Sünden begangen hat, dem droht die Hölle - wobei hier sehr unterschiedliche Vorstellungen existieren, was darunter zu verstehen ist.

Judentum

Zum Leben nach dem Tod finden sich in den jüdischen Schriften wie der Thora keine einheitlichen Aussagen. Es wird jedoch oft von «Scheol» gesprochen, dem Totenreich – meist mit «Hölle» übersetzt. Durchsetzen konnte sich allerdings der Glaube an die Auferstehung bei Ankunft des Messias. Erst im christlichen Verständnis ist dieser nicht nur der König der Juden, sondern der Erlöser der gesamten Menschheit.

Auch heute noch bekennen sich konservative und orthodoxe Juden zum Glauben an die Auferstehung, andere wiederum halten die Unsterblichkeit der Seele für gegeben.

Islam

Muslime glauben an ein Leben nach dem Tod in Gottes Nähe. Der Tod wird als Übertritt in eine andere Ebene verstanden, wobei der Todesengel Izrail Körper und Seele voneinander trennt. Im Koran wird ein Engel des Todes ausdrücklich erwähnt, der in der islamischen Tradition als Azrael identifiziert wird. Wer Gutes getan hat, dessen Seel wird von dem Engel in die sieben Himmel gebracht. Danach gelangt sie wieder in ihren Körper, womit der Zwischenbereich Barzach beginnt, die Barriere zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.

Der Seele eines «schlechten» Menschen wird nach dieser Vorstellung der Zutritt vor dem ersten Himmel verwehrt. Sie kommt in den eigenen Körper zurück. Anschliessend folgt das Zwischengericht, bei dem Fragen zum Glauben gestellt werden. Bei richtiger Beantwortung wird die Zusage für ein Leben im Paradies nach der Auferstehung zuteil. Bei falscher Antwort erfolgt eine Peinigung und die Aussicht auf die Hölle.

Am Tag des Jüngsten Gerichts werden alle Toten auferweckt und deren gute und schlechten Taten aufgelistet und auf die Waage gelegt. Alle Toten müssen anschliessend eine Brücke überqueren, die über die Hölle führt. Sünder und Ungläubige stürzen hinunter in die Hölle, die anderen gelangen sicher bis ins Paradies.

Hinduismus und Buddhismus

In beiden Religionen existieren ähnliche Vorstellungen, wie es nach dem Tod weitergeht. Ihre Anhänger glauben, dass das Leben nicht mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet, sondern aus einer Reihe von Wiedergeburten besteht, den Reinkarnationen. Ausschlaggebend für Effekte in diesem Kreislauf ist das Karma, der Summe aus positiven und negativen Taten im früheren Leben.

Der ewige Zyklus der Wiedergeburten gilt den Religionen als leidvoll. Die Erlösung kann nur durch das Erreichen des Nirwanas im Buddhismus oder des Moksha im Hinduismus erfolgen. Das bedeutet nicht Unsterblichkeit, sondern übersetzt «Erlöschen» und markiert das Ende aller falschen persönlichen Daseins-Vorstellungen wie Ich-Sucht oder Gier.

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