Expressflug ins All: Raumfahrer nach drei Stunden auf ISS

dpa/twei

14.10.2020 - 19:03

Sojus-Rakete mit drei Raumfahrern zur ISS gestartet

Sojus-Rakete mit drei Raumfahrern zur ISS gestartet

Eine russische Sojus-Rakete mit drei Raumfahrern an Bord ist vom Weltraumbahnhof in Baikonur zur Raumstation ISS aufgebrochen. Laut Nasa verlief der Raketenstart ohne Probleme.

14.10.2020

So schnell reisten noch nie Menschen zu Internationalen Raumstation: Gerade einmal drei Stunden brauchten drei russische Raumfahrer zur ISS. 

Mit einem Expressflug von rund drei Stunden sind drei Raumfahrer unter schärfsten Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie auf der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Die Flugzeit von drei Stunden und sieben Minuten war Rekord für einen bemannten Raumflug, hiess es in der Flugleitzentrale bei Moskau.

Die Sojus-Rakete mit Kathleen Rubins, Sergej Ryschikow und Sergej Kud-Swertschkow war plangemäss um 7.45 Uhr MESZ bei Bilderbuchwetter vom Weltraumbahnhof Baikonur in der Steppe der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien gestartet, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos bei Twitter zeigte.

Aufenthalt bis zum Frühjahr 2021 geplant

Die Sojus-Raumkapsel dockte dann um 10.52 Uhr MESZ am Aussenposten der Menschheit in rund 400 Kilometern über der Erde an. Der bisherige Bestwert für einen Flug zur ISS hatte bei 3 Stunden und 18 Minuten gelegen – allerdings für einen unbemannten Raumfrachter. Die Reise- oder Transportdauer kann je nach Flugbahn unterschiedlich lang sein. In der Regel dauert ein Sojus-Flug zur ISS etwa sechs Stunden.

Am Mittwoch machten sich drei russische Raumfahrer auf dem Weg zur Internationalen Raumstation.
Bild: Keystone

Die drei Raumfahrer werden voraussichtlich bis zum Frühjahr 2021 im All bleiben. Die ohnehin hohen Sicherheitsvorschriften für Raumfahrer wurden wegen der Pandemie noch einmal verschärft. Die Crew habe mehr als einen Monat in Quarantäne verbracht und sei mehrfach auf das Virus getestet worden, sagte die Amerikanerin Rubins vor dem Abflug. Vor ihrer Zeit bei der Raumfahrtbehörde Nasa forschte die Amerikanerin als Mikrobiologin und beschäftigte sich unter anderem mit Viren. Für sie ist es bereits der zweite Flug zur ISS.

Strenge Vorschriften in Corona-Zeiten

«Wahrscheinlich ist die Internationale Raumstation jetzt der sicherste Ort», sagte ihr russischer Kollege Ryschikow mit Blick auf die Virus-Gefahr auf der Erde. In der Stadt Baikonur in der Nähe des gleichnamigen Weltraumbahnhofs gab es in den vergangenen Monaten wegen rasant steigender Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Dort leben auch viele Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.



Auf der ISS waren bislang drei Raumfahrer: die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der US-Amerikaner Christopher Cassidy. Sie waren im Frühjahr ebenfalls unter strengen Corona-Auflagen gestartet. Sie sollen noch im Oktober zur Erde zurückkehren.

Zurück zur Startseite