Durchbrüche in Sicht Darum wird 2026 ein Erfolgsjahr für die Wissenschaft

SDA

4.1.2026 - 23:35

Von Mondmissionen bis Gentherapie: Die grossen Forschungsversprechen für 2026. (Symbolbild)
Von Mondmissionen bis Gentherapie: Die grossen Forschungsversprechen für 2026. (Symbolbild)
IMAGO/Westend61

Forschungsdurchbrüche dank KI, neue Gentherapien und ein Upgrade für den Genfer Teilchenbeschleuniger: Diese wissenschaftlichen Errungenschaften werden für das Jahr 2026 erwartet.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

KI denkt mit, Raketen heben ab und in Genf wird an der Zukunft der Physik geschraubt: 2026 verspricht ein Jahr der grossen wissenschaftlichen Sprünge zu werden. Von neuen Gentherapien bis zur Krebsfrüherkennung per Bluttest rückt das bislang Undenkbare näher. Hier könnten Forschung und Technik als Nächstes Geschichte schreiben:

KI ALS FORSCHERIN

Das kommende Jahr könnte laut dem Fachmagazin «Nature» die ersten bedeutenden wissenschaftlichen Fortschritte durch künstliche Intelligenz (KI) bringen. Zunehmend dürften sogenannte KI-Agenten zum Einsatz kommen. Diese kombinieren mehrere grosse Sprachmodelle und können komplexe, mehrstufige Forschungsprozesse teilweise mit geringer menschlicher Aufsicht ausführen. Damit wächst laut «Nature» auch das Risiko: Forschende berichten demnach bereits von gravierenden Fehlern, etwa unbeabsichtigtem Datenverlust, der bei wachsender Autonomie schwerwiegende Folgen haben könnte.

Neben den grossen Sprachmodellen, deren Training teuer ist, werden auch neue kleinere KI-Modelle erwartet, die aus einer begrenzten Datenmenge lernen und auf die Lösung spezifischer Probleme spezialisiert sind. Ein solches Mini-Modell hat 2025 bei einem Logiktest deutlich grössere Modelle geschlagen.

MISSIONEN ZU MOND UND MARS

2026 wird laut dem Fachblatt ausserdem mehrere entscheidende Schritte in der Raumfahrt bringen: Die US-Raumfahrtagentur Nasa schickt mit Artemis II erstmals seit den 1970er-Jahren wieder Astronauten auf einen Flug um den Mond. Parallel hat China mit der Chang’e-7-Sonde den schwierigen Südpol des Mondes im Visier. Neben dem Mond wird auch der Mars angepeilt: Japan wird 2026 eine Mission zu den beiden Marsmonden Phobos und Deimos senden.

Auch Europa ist bei der Raumfahrt am Start: Die Europäische Raumfahrtorgansiation ESA schickt mit «Plato» eine Mission zur Jagd nach erdähnlichen Planeten. Die Schweiz spielt für diese Mission eine Schlüsselrolle. Die Universitäten Genf und Bern sind massgeblich daran beteiligt. Und Indiens Aditya-L1 liefert während des Sonnenmaximums neue Daten über unser aktivstes Nachbargestirn.

UPGRADE FÜR DEN GENFER TEILCHENBESCHLEUNIGER

Weitere Fortschritte erwartet das Fachmagazin «Nature» in der Teilchenphysik: Am europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf steht ein grosses Upgrade des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) an. Der LHC wird ab dem Sommer 2026 für drei Jahre abgeschaltet, um den sogenannten hochluminosen LHC zu installieren. 2028 soll dann entschieden werden, ob am Cern ein neuer Teilchenbeschleuniger, der sogenannte Future Circular Collider (FCC) gebaut wird.

In den USA soll derweil am Fermilab der Bau des Mu2e-Detektors abgeschlossen werden. Das Experiment soll untersuchen, ob sich das subatomare Teilchen Myon in ein Elektron umwandeln kann.

GENTHERAPIE

Ausserdem erwartet «Nature» Fortschritte in der Gentherapie. So sind zwei klinische Studien geplant, um personalisierte Gentherapien für Kinder mit seltenen genetischen Störungen zu entwickeln. Ein Team will bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für eine Studie beantragen, die an die Behandlung eines Säuglings mit einer seltenen Stoffwechselstörung anknüpft. Ein weiteres Team plant eine ähnliche Studie für genetische Störungen des Immunsystems.

KREBSDIAGNOSE MIT BLUTTEST

Erwartet werden zudem die Resultate einer grossen klinischen Studie aus Grossbritannien. Dabei wurde ein Bluttest zur Erkennung von rund 50 Krebsarten vor dem Auftreten von Symptomen an über 140'000 Personen erprobt. Bei vielversprechenden Ergebnissen planen die britischen Gesundheitsbehörden eine breite Einführung des Tests.