Hoffnung für Millionen Patienten Schweizer Forscher könnten Diabetes-Behandlung revolutioniert haben

SDA

18.5.2026 - 09:59

Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen sich Insulin vor jedem Essen spritzen. (Archivbild)
Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen sich Insulin vor jedem Essen spritzen. (Archivbild)
Keystone

Ein Forschungsteam aus Genf hat ein Hydrogel entwickelt, das transplantierte insulinproduzierende Zellen schützen soll. In Tierversuchen funktionierte der Ansatz erstaunlich gut – für Menschen ist die Methode aber noch Zukunftsmusik.

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Keystone-SDA, Sven Ziegler

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  • Forschende aus Genf haben ein Gel entwickelt, das transplantierte Insulinzellen schützen soll.
  • In Versuchen mit diabetischen Mäusen blieb der Blutzucker über Monate stabil.
  • Bis zu einer Anwendung beim Menschen sind allerdings noch weitere Tests nötig.

Ein neu entwickeltes Gel könnte Diabetikerinnen und Diabetikern in Zukunft ein Leben ohne Insulinspritzen ermöglichen. In Versuchen mit diabetischen Mäusen half es, den Blutzucker über Monate stabil zu halten, wie die Universität Genf am Montag mitteilte.

Bis zu einer Anwendung beim Menschen dürfte es allerdings noch dauern.

Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen ihrem Körper mit Spritzen oder einer Insulinpumpe täglich Insulin zuführen. Ihr Immunsystem zerstört jene Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Insulin produzieren. Ohne das Hormon kann der Körper Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig verwerten, der Blutzuckerspiegel steigt gefährlich an.

Transplantierte Zellen sterben

Seit Jahren versuchen Forschende deshalb, insulinproduzierende Zellen zu transplantieren. Allerdings ist der Erfolg dieser Versuche bisher begrenzt: Viele der transplantierten Zellen sterben kurz nach dem Eingriff ab, weil sie schlecht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden oder vom Immunsystem angegriffen werden.

Hier setzt ein Forschungsteam der Universität Genf und der Genfer Universitätsspitäler an. Die Forschenden entwickelten ein Hydrogel namens «Amniogel», das transplantierte Zellen schützen und besser versorgen soll. Das Gel basiert auf Bestandteilen der menschlichen Fruchtblase, die nach einer Geburt aus der Plazenta gewonnen werden können. Darüber berichteten die Forschenden in einer Studie in der Fachzeitschrift «Trends in Biotechnology».

Erfolg bei Mäuse-Tests

Die insulinproduzierenden Zellen werden zusammen mit gefässbildenden Zellen in das Gel eingebettet. Noch vor der Transplantation entsteht darin ein feines Netzwerk aus Mikrogefässen. Nach dem Einsetzen verbindet sich dieses Netzwerk mit dem Blutkreislauf des Körpers und versorgt die transplantierten Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Die Forschenden testeten ihre Entwicklung an diabetischen Mäusen. Bei 96 Prozent der Tiere, denen die Konstrukte unter die Haut transplantiert wurden, normalisierte sich der Blutzuckerspiegel innerhalb einer Woche. Dieser Zustand blieb für mehr als 100 Tage stabil. Kontrollgruppen, die Inselzellen ohne das Gel oder in einem Gel ohne Endothelzellen erhielten, zeigten keinen vergleichbaren Erfolg.

Für Patientinnen und Patienten ist der Ansatz allerdings noch nicht bereit. Bislang wurde er nur in Tieren getestet. Nun müssen grössere und langlebigere Transplantate entwickelt und ihre Sicherheit geprüft werden.


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