Kurz vor der OsterzeitDieses Virus breitet sich gerade in italienischer Ferienregion rasant aus
Lea Oetiker
31.3.2026
In der italienischen Region Kampanien breitet sich derzeit Hepatitis A rasant aus. (Symbolbild)
Alberto Lo Bianco/LaPresse via ZUMA Press/dpa
In Italiens Ferienregion Kampanien breitet sich Hepatitis A rasch aus. Die Behörden vermuten verunreinigte Muscheln als Ursache und haben den Verzehr roher Meeresfrüchte vorerst verboten.
Pünktlich zur Osterzeit, wenn Hunderttausende aus nördlicheren Ländern in den Süden reisen, warnt Italien vor einem Hepatitis-A-Ausbruch in einer seiner beliebtesten Regionen. In Kampanien, zu der unter anderem Neapel, die Amalfiküste und die Insel Capri gehören, breitet sich das Virus derzeit rasant aus.
Wie das Überwachungssystem Seieva des Istituto Superiore di Sanità meldet, wurden zwischen Januar und März 2026 bereits 65 Infektionen registriert – deutlich mehr als im Vorjahr. Laut «Rai News» befanden sich Ende März rund 70 Personen in stationärer Behandlung.
Im Verdacht stehen Meeresfrüchte, insbesondere Muscheln. Nach Angaben der Behörden könnten diese mit dem Virus belastet gewesen sein. «Rai News» berichtet, dass der Ausbruch inzwischen auch andere Regionen wie Rom betrifft. Das Virus gelangt über verunreinigtes Wasser in die Nahrungskette: Muscheln reichern den Erreger im Gewebe an, was beim Verzehr zu einer Infektion führen kann.
Impfung empfohlen
Hepatitis A verursacht eine Entzündung der Leber und äussert sich durch Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit, Fieber, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. Übertragen wird das Virus meist über Schmierinfektionen, etwa durch ungewaschene Hände oder kontaminierte Lebensmittel.
Eine Impfung wird für Reisen in betroffene Gebiete empfohlen, gehört in der Schweiz aber nicht zu den Standardimpfungen.
Das deutsche Aussendepartement hat seine Reisehinweise für Italien inzwischen angepasst. Reisende sollten zudem mit Einschränkungen in der Gastronomie rechnen: In Neapel ist der Verkauf und Verzehr roher Meeresfrüchte bis auf Weiteres verboten. Wer dagegen verstösst, riskiert eine Busse von bis zu 20'000 Euro.