Erschreckende ErgebnisseStudie findet hohe PFAS-Konzentrationen in Getreideprodukten
Oliver Kohlmaier
5.12.2025
Frühstücksflocken weisen der Studie zufolge die höchste Konzentration an Trifluoracetat auf.
IMAGO/Pond5 Images (Symbolbild)
Über Pestizide gelangen giftige Ewigkeitschemikalien in unser Essen: Eine Studie zur Belastung von Getreideprodukten aus ganz Europa kommt nun zu teils erschreckenden Ergebnissen.
Redaktion blue News
05.12.2025, 23:18
Oliver Kohlmaier
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In Getreideprodukten in ganz Europa wurden hohe Konzentrationen von Trifluoracetat gefunden. Es entsteht, wenn die PFAS-Chemikalien enthalten, im Boden abgebaut werden.
In 54 von 66 Proben aus ganz Europa wurden Rückstände des PFAS-Abbauprodukts Trifluoracetat gefunden.
Abgepackte Frühstücksflocken sind der Studie des Pesticide Action Network Europe besonders belastet.
In Getreideprodukten in ganz Europa wurden teils erschreckend hohe Konzentrationen giftiger Ewigkeitschemikalien festgestellt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Pesticide Action Network Europe, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Demnach wurden in 54 von 66 Proben Rückstände des PFAS-Abbauprodukts Trifluoracetat (TFA) in Frühstücksflocken, beliebten Süssigkeiten, Nudeln, Croissants, Vollkorn- und Weissbrot sowie Mehl gefunden. Die Chemikalie entsteht, wenn Pestizide, die PFAS-Chemikalien enthalten, im Boden abgebaut werden.
Die durchschnittliche Belastung der untersuchten Getreideprodukte lag 107 Mal höher als die durchschnittliche TFA-Konzentration in Trinkwasser. Fertig abgepackte Frühstücksflocken sind der Studie zufolge besonders stark kontaminiert.
«Alle Menschen sind auf verschiedene Weise, darunter Lebensmittel und Trinkwasser, TFA ausgesetzt. Unsere Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit eines sofortigen Verbots von PFAS-Pestiziden, um eine weitere Kontamination der Nahrungskette zu verhindern», erklärt Salomé Roynel, Policy Officer bei PAN Europe.
Die Studie analysierte herkömmliche Getreideprodukte, die in 16 europäischen Ländern gekauft wurden. Es handelt sich um die erste Studie dieser Art auf EU-Ebene. Frühere Untersuchungen hatten etwa hohe TFA-Werte in Wein und eine gewisse Kontamination von Leitungswasser festgestellt. TFA ist wasserlöslich, was bedeutet, dass es von Pflanzen aus dem Boden aufgenommen werden kann.
Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind eine Gruppe von Chemikalien, die seit den 1950er Jahren bei der Herstellung von Konsumgütern verwendet werden.
Sie werden auch als Ewigkeitschemikalen bezeichnet, da es Hunderte oder sogar Tausende von Jahren dauern kann, bis sie abgebaut sind. Gelangen sie einmal in den Boden oder ins Wasser, was häufig der Fall ist, verbleiben sie dort.
Ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt werden erst in jüngerer Zeit deutlich. Immer wieder werden neue Studien über den Zusammenhang einiger dieser Chemikalien mit Krankheiten wie Krebs veröffentlicht.
Demnach ist etwa Trifluoracetat reproduktionstoxisch, es kann also die Fortpflanzungsfähigkeit, Fruchtbarkeit sowie die Entwicklung von Föten beeinträchtigen. Es wird auch mit negativen Auswirkungen auf die Schilddrüsen-, Leber- und Immunfunktionen in Verbindung gebracht.