Immer noch mittlere bis tiefe Mykotoxin-Belastung im Körnermais

iw, sda

18.12.2020 - 07:25

Schweizer Körnermais ist mittel bis gering mit Mykotoxinen belastet. Seit 2019 ist die Belastung aber nachweislich gesunken. Das hat Swiss grain bei der Analyse von 48 Proben nachgewiesen. (Symbolbild)
Keystone

Der Gehalt an Mykotoxinen in Körnermais ist von 1,55 mg pro Kilo (2019) auf 0,38 mg gesunken. Mykotoxine sind giftige, von Pilzen gebildete Stoffwechselprodukte. Sie können bei Menschen und Tieren bereits in tiefen Konzentrationen eine toxische Wirkung zeigen.

Swiss granum hat in Zusammenarbeit mit Agroscope im Rahmen eines Monitorings die Mykotoxin-Belastung bei Körnermais nach der Ernte getestet. Trotz des Nachweises in fast jeder analysierten Körnermaisprobe war das Deoxynivalenol-Belastungsniveau in der Ernte 2020 tief bis mittel. Das Belastungsniveau für Fumonisine war tief und dasjenige für Zearalenon mittel, wie Swiss granum am Freitag mitteilte.

Das Mykotoxin Deoxynivalenol (DON) wurde in fast jeder analysierten Proben nachgewiesen. Von gesamthaft 48 analysierten Proben wiesen 73 Prozent einen DON-Gehalt zwischen 0,2 und 0,5 mg pro Kilo auf. 19 Prozent der Proben lagen zwischen 0,5 und 1 mg/kg und eine Probe (2 Prozent) enthielt über 1 mg/kg. Der Durchschnitt aller analysierten Proben lag bei 0,38 mg/kg und demnach unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der bei 0,55 mg/kg liegt.

Fumonisine wurden im Körnermais der Ernte 2020 seltener nachgewiesen als im Jahr 2019. Von gesamthaft 48 analysierten Proben wiesen 52 Prozent keine Belastung oder Gehalte unterhalb der Nachweisgrenze auf. 35 Prozent zeigten FUM-Gehalte zwischen 0,2 und 0,5 mg/kg, 8 Prozent zwischen 0,5 und 1 mg/kg, 2 Prozent zwischen 1 und 2 mg/kg und eine Probe (2 Prozent) enthielt mehr als 4 mg/kg. Der Durchschnitt lag bei 0,30 mg/kg und liegt somit unter demjenigen von 2019 (0,86 mg/kg) und der letzten fünf Jahre (0,58 mg/kg).

Gefahr nur bei sehr maislastiger Ernährung

DON kann bei entsprechender Konzentration bei Menschen Übelkeit und Erbrechen verursachen und bei Nutztieren eine Wachstumsverzögerung und die Reduktion der Immunabwehr. Ein Nachweis, das Mykotoxine bei Schwangeren die Frucht schädigen, wurde bisher nicht erbracht.

Fumonisine stehen im Verdacht, beim Menschen kanzerogen zu sein. So wurde bei vermehrter Aufnahme von Fumonisinen (etwa bei einer von Mais dominierten Ernährung) eine erhöhte Inzidenz an Ösophaguskarzinomen gefunden. Ebenfalls wird in Verbindung mit maisreicher Ernährung und entsprechender Fumonisinbelastung eine erhöhte Rate embryonaler Fehlbildungen (Spina bifida beispielsweise) diskutiert.

Zearalenon wirkt als Östrogen und eine Überdosierung führt zu Hyperöstrogenismus mit Grössen- und Gewichtszunahme des Uterus, Störung des Monatszyklus' und krankhafter Veränderung der Eierstöcke. Auch die Tumorbildung in hormonell empfindlichen Geweben wie der Brust kann angeregt werden. Die Toxizität von Zearalenon ist aber so gering, dass sie durch den blossen Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln nicht erreicht werden kann.

Bei Verdacht testen lassen

Die Mykotoxin-Richtwerte bei Körnermais, welche für Ergänzungs- und Alleinfuttermittel festgesetzt wurden, hängen von der zu fütternden Tierart ab. Sie sind in den swiss granum Übernahmebedingungen enthalten und abrufbar unter www.mykotoxine.ch. Bei Verdacht empfehlen Swiss granum und Agroscope, die fraglichen Chargen analysieren zu lassen.

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