Islands atemberaubende Eishöhlen verschwinden langsam

tmxh

21.11.2019 - 00:00

Das Schmelzen der Gletscher hat auch Folgen für eines der grössten Naturwunder der Welt: Die spektakulären Eishöhlen auf Island beginnen langsam zu verschwinden.

Sie zählen zu den beeindruckendsten Wundern der Natur, die unsere Erde zu bieten hat: Unter den riesigen Gletschern Islands befinden sich gigantische Eishöhlen, die in den schönsten Farbtönen schillern. Doch mit der unterirdischen Pracht könnte es schon bald vorbei sein.

Mehrere Jahre lang reiste der Fotograf Peter Svoboda nach Island, um die aussergewöhnlichen Veränderungen der Eishöhlen festzuhalten, die sich jedes Jahr aufs Neue formieren. Rund um den Gletschersee Jokulsarlon dokumentierte Svoboda, wie die Höhlen Jahr für Jahr völlig unterschiedliche Gestalten annehmen – oder gar vollständig verschwinden. 

«Mein erster Besuch in den Eishöhlen war im März 2016 – die Höhle, die ich damals besuchte, existiert heute nicht mehr», sagt der Fotograf. Die Temperatur habe damals bei etwa vier Grad Celsius gelegen und es sei schwierig gewesen, Fotos zu machen, «da die Eisdecken schmolzen und Tropfen des Wassers auf meine Linse fielen». 

Höhle eingestürzt

Als Svoboda 2017 zurückkehrte, war der Raum in der Höhle vollständig eingestürzt. Ein Jahr später wurde ihm gesagt, dass sich der Gletscher insgesamt 70 Meter zurückgezogen habe. So sei es gekommen, dass die «Räume der Eishöhle völlig unterschiedlich aussahen, obwohl wir an derselben Stelle waren», so der Fotograf.

Dass die Eishöhlen in jedem Jahr ihre Gestalt verändern, ist indes nichts Neues. Wenn im Sommer Schmelzwasser durch den Gletscher nach unten fliesst, schmilzt das bestehende Eis und wird dadurch ausgehöhlt. Gefriert der Gletscher dann wieder, entstehen faszinierende Gänge, Tunnel und Räume, die im Sonnenlicht in schönstem Blau erleuchten.

Das Schmelzen der Gletscher jedoch verändert die Eishöhlen in einem bislang ungesehenen Masse. Schreitet diese Entwicklung voran, wächst auch die Bedrohung eindrücklichen Naturphänomens.

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