Gegen FäulekrankheitKartoffeln wird bei Feldversuch Gen eingesetzt
SDA
5.5.2026 - 11:05
Das Versuchsfeld in Reckenholz ZH , wo die genveränderten Kartoffeln freigesetzt werden, ist umzäunt und wird bewacht. (Archivbild)
Keystone
Ein eingesetztes Gen soll Kartoffeln resistenter gegen Kraut- und Knollenfäule machen. Nun werden die gentechnisch veränderten Kartoffeln versuchsweise freigesetzt. Ein entsprechendes Gesuch dazu ist vom Bund bewilligt worden.
Keystone-SDA
05.05.2026, 11:05
05.05.2026, 11:09
SDA
Rund tausend Schweizer Landwirtschaftsbetriebe hätten den Kartoffelanbau in den letzten zehn Jahren aufgegeben, schrieb das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung Agroscope am Dienstag.
Häufiger auftretende Krankheiten und Schädlingsbefall, Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und extreme Wetterbedingungen führten zu Ertragsverlusten und erschwerten den erfolgreichen Kartoffelanbau.
Den auf dem geschützten Gelände in Reckenholz ZH freigesetzten Kartoffeln wird ein Cisgen eingeführt, das einer Wildkartoffel entnommen wurde. Dieses soll wirksam gegen die «weltweit bedeutendste Kartoffelkrankheit», die Kraut- und Knollenfäule, sein, so Agroscope.
Das Resistenzgen ermögliche eine natürliche Abwehr gegen den Pilz der Kraut- und Knollenfäule. Der Feldversuch schaffe die Grundlage, um weiter an krankheitsresistenteren Kartoffelsorten zu forschen, die toleranter gegen Trockenheit und Hitze seien.
Der Versuch werde von Frühjahr 2026 bis Herbst 2030 durchgeführt, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit, und solle Aufschluss darüber geben, wie sich die Kartoffeln auf dem Feld verhielten. Während des Freisetzungsversuchs müsse Agroscope sicherstellen, dass sich das gentechnisch veränderte Material nicht ausserhalb des Geländes verbreitet.
Für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu Forschungszwecken gibt es in der Schweiz eine Bewilligungspflicht. In der landwirtschaftlichen Produktion sind gentechnisch veränderte Pflanzen nicht zugelassen – hier herrscht ein Moratorium, das noch bis Ende 2030 andauert.
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