«Grinsen über beide Ohren» Astronauten stranden monatelang im All – jetzt sind sie zurück

SDA

19.3.2025 - 04:45

Gestrandet im All: Astronauten beginnen Rückreise zur Erde

Gestrandet im All: Astronauten beginnen Rückreise zur Erde

Washington, 18.03.2025: Gestrandet im All: Mehr als neun Monate mussten zwei US-Astronauten wegen einer technischen Panne auf der Internationalen Raumstation ISS ausharren – nun hat ihre Rückreise zur Erde begonnen. Ursprünglich sollten Suni Williams und Barry Wilmore nur wenige Tage im All bleiben. Am Dienstag verlassen sie ISS an Bord einer «Crew Dragon»-Raumkapsel, wie Live-Aufnahmen der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen. Mit dabei sind ihr US-Kollege Nick Hague und der russische Kosmonaut Alexander Gorbunow, die beide im September auf der ISS angekommen waren. Am Abend soll die Kapsel der «Crew 9» im Meer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida landen. 

19.03.2025

Rund eine Woche sollten Suni Williams und Barry Wilmore an Bord der ISS sein. Aufgrund einer Panne wurden daraus gut neun Monate. Jetzt sind sie wieder zu Hause – und «grinsen über beide Ohren».

Keystone-SDA

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nachdem sie wegen einer Raumschiff-Panne rund neun Monate länger als ursprünglich geplant auf der Internationalen Raumstation ISS ausharren mussten, sind zwei US-Astronauten zurück auf der Erde.
  • Suni Williams und Barry Wilmore landeten mit einer «Crew Dragon»-Raumkapsel der Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk im Meer vor der Küste des US-Bundesstaates Florida, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten.

Nachdem sie wegen einer Raumschiff-Panne rund neun Monate länger als ursprünglich geplant auf der Internationalen Raumstation ISS ausharren mussten, sind zwei US-Astronauten zurück auf der Erde. Williams und Barry Wilmore landeten mit einer «Crew Dragon»-Raumkapsel der Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk im Meer vor der Küste des US-Bundesstaates Florida, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten.

«Was für ein Trip», entgegnete der US-Astronaut Nick Hague, der wie der russische Kosmonaut Alexander Gorbunow ebenfalls mit in der Kapsel sass und als Kommandant der sogenannten «Crew 9» fungierte. «Ich sehe eine Kapsel voller Grinsen über beide Ohren.» Die Landung sei «wunderschön» gewesen, sagte Nasa-Manager Joel Montalbano. «Es ist grossartig, dass wir die «Crew 9» wieder zu Hause haben.»

Die Nasa-Astronautin Suni Williams nachdem man ihr aus der SpaceX-Kapsel geholfen hat.
Die Nasa-Astronautin Suni Williams nachdem man ihr aus der SpaceX-Kapsel geholfen hat.
Bild: Keystone/Keegan Barber/NASA via AP

Lächeln, Winken, Daumen hoch

Rund 17 Stunden zuvor hatte die von der Raumfahrtfirma SpaceX des Tech-Milliardärs Elon Musk gefertigte Kapsel namens «Freedom» (Freiheit) von der ISS abgedockt. Nach dem Flug landete sie – abgebremst von Fallschirmen – bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein im Meer nahe der Stadt Tallahassee. Kurz danach schwammen Delfine um die Kapsel herum, die schliesslich per Schiff abtransportiert wurde.

Auf dem Schiff wurden die vier Raumfahrer aus dem «Crew Dragon» herausgeholt: erst Hague, dann Gorbunow, dann Williams und zuletzt Wilmore – alle lächelnd, winkend und mit hochgestreckten Daumen. Im Anschluss sollten sie medizinisch untersucht und nach Houston zurückgeflogen werden.

Aus einer Woche im All wurden neun Monate

Williams und Wilmore waren Anfang Juni zur ISS gekommen und sollten eigentlich nur rund eine Woche dort bleiben. Aufgrund von technischen Problemen mit ihrem «Starliner»-Raumschiff entschied die Nasa aus Sicherheitsgründen jedoch, das vom US-Konzern Boeing entwickelte Raumschiff leer zur Erde zurückfliegen zu lassen. Im September flogen dann mit Hague und Gorbunow nur zwei anstatt der ursprünglich geplanten vier Raumfahrer in einem «Crew Dragon» zur ISS – so blieben zwei Plätze frei für Williams und Wilmore.

900 Stunden Forschung

Die 59-jährige Williams und ihr 62-jähriger Kollege Wilmore waren zuvor schon mehrfach im All gewesen. Sie gelten als erfahrene Astronauten. Bei Hague und Gorbunow war es von Anfang an so geplant, dass sie ein halbes Jahr auf der Raumstation bleiben. Bei Williams und Wilmore waren es nach Nasa-Angaben letztendlich 286 Tage. Die «Crew 9» habe an Bord der ISS insgesamt 900 Stunden in Forschung investiert 150 wissenschaftliche Experimente gemacht.

Die Umplanung bedurfte einiger der kniffligsten Entscheidungen in der Geschichte der Nasa: So musste neben der Sicherheit der Astronauten als höchster Priorität auch bedacht werden, dass sie an Bord der ISS zusätzliche Vorräte wie Lebensmittel und Hygiene-Artikel verbrauchen. Ausserdem waren sie durch den verlängerten Aufenthalt intensiver Strahlung ausgesetzt als ursprünglich veranschlagt.

Dieses Bild aus einem von SpaceX veröffentlichten Video zeigt eine SpaceX-Kapsel, die mit dem Fallschirm in den Golf von Mexiko stürzt. 
Dieses Bild aus einem von SpaceX veröffentlichten Video zeigt eine SpaceX-Kapsel, die mit dem Fallschirm in den Golf von Mexiko stürzt. 
Bild: Keystone/SpaceX/AP

«Eine ganze Weile lang feiern»

Die Zukunft des krisengeplagten Raumschiffs «Starliner» bleibt ungewiss - auch wenn die Nasa nach wie vor betont, dass ein weiteres Transportsystem als Alternative zum «Crew Dragon» gewünscht ist. Williams und Wilmore waren zuvor noch nie mit einem «Crew Dragon» geflogen – und mussten nun vor dem Rückflug an Bord der ISS das entsprechende Landetraining in abgewandelter Form absolvieren.

Die beiden seien «die ganze Zeit lang sehr resilient» gewesen, sagte Nasa-Manager Steve Stich bei einer Pressekonferenz kurz nach der Landung. «Sie wurden nahtlos Teil der ISS.» Er bedankte sich auch noch einmal ausdrücklich bei den Familien der beiden Astronauten. «Ich bin mir sicher, ihr Wiedersehen wird wunderbar werden.» Auch die Nasa werde die sichere Rückkehr der beiden Astronauten «eine ganze Weile lang feiern».