Abbruch von ISS-MissionNasa evakuiert erstmals Astronauten aus medizinischen Gründen – und schweigt
dpa
15.1.2026 - 05:52
Sorge um Astronauten: Nasa holt erstmals ISS-Crew vorzeitig zurück
Washington, 09.01.2025: Vorzeitiger Astronauten-Rückflug: Erstmals in der Geschichte holt die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine Crew frühzeitig wegen gesundheitlicher Probleme zur Erde zurück.
Der Rückflug für das vierköpfige Team sei in den kommenden Tagen geplant. Ein genauer Zeitplan solle so bald wie möglich bekannt gegeben werden.
Zu Details der gesundheitlichen Probleme will sich die Nasa nicht äussern. Es habe aber nichts mit der Arbeit der Crew an Bord der ISS zu tun und es handle sich auch nicht um einen Notfall. Auf der ISS gebe es zwar ein grosses, aber kein komplettes medizinisches Angebot.
15.01.2026
In 65 Jahren bemannter Raumfahrt musste die Nasa noch nie Astronauten aus gesundheitlichen Gründen auf die Erde zurückholen. Nun musste eine ISS-Mission vorzeitig abgebrochen werden.
DPA
15.01.2026, 05:52
15.01.2026, 06:18
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Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raumstation ISS holt die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine vierköpfige Astronauten-Besatzung wegen medizinischer Probleme vorzeitig zurück zur Erde.
Mit einem «Crew Dragon» des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk dockten die vier Astronauten von der ISS ab, wie Live-Bilder der Nasa zeigten.
Im Lauf des Donnerstags sollen die US-Astronauten Zena Cardman und Michael Fincke, der japanische Raumfahrer Kimiya Yui und der russische Kosmonaut Oleg Platonow dann nach rund elf Stunden Flug im Meer vor der Küste des US-Bundesstaates Kalifornien landen.
Die Nasa sagte nicht, welcher Astronaut medizinische Versorgung benötigte und gab auch keine Details zu den gesundheitlichen Problemen bekannt.
Erstmals in der Geschichte der Nasa holt die US-Raumfahrtbehörde vier Astronauten wegen medizinischer Probleme vorzeitig auf die Erde zurück. Ein Astronaut, der ärztliche Behandlung benötigte, verliess am Mittwoch gemeinsam mit drei Besatzungsmitgliedern die Internationale Raumstation (ISS). Die Entscheidung verkürzt die Mission der Crew um mehr als einen Monat. Die vier Astronauten – aus den USA, Russland und Japan – sollen am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) im Meer vor San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien landen.
«Der Zeitpunkt dieses Abflugs ist für uns unerwartet», sagte Nasa-Astronautin Zena Cardman vor der Rückreise. Die Crew aber sei wie eine Familie zusammengewachsen, um sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander zu sorgen, sagte die Astronautin.
Die Nasa sagte nicht, welcher Astronaut medizinische Versorgung benötigte und gab auch keine Details zu den gesundheitlichen Problemen bekannt. Der erkrankte Astronaut aber sei «stabil, sicher und gut versorgt», erklärte der scheidende ISS-Kommandant Mike Fincke Anfang dieser Woche über soziale Medien. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, um dem Astronauten auf der Erde die gesamte Bandbreite medizinischer Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
Die vier Astronauten, die wegen medizinischer Probleme vorzeitig auf die Erde zurück geholt werden, in den Dragon-Druckanzügen, die sie beim Rückflug tragen müssen. (14. Januar 2026)
Bild:Keystone/NASA via AP
Kein Notfall
Gestartet im August hätten Cardman, Fincke, Japans Kimiya Yui und Russlands Oleg Platonow bis Ende Februar auf der Raumstation bleiben sollen. Doch am 7. Januar sagte die Nasa überraschend den für den nächsten Tag geplanten Aussenbordeinsatz von Cardman und Fincke ab und kündigte die vorzeitige Rückkehr der Crew an. Die Verantwortlichen erklärten, das gesundheitliche Problem stehe nicht im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für den Aussenbordeinsatz. Sie betonten, es habe sich nicht um einen Notfall gehandelt.
Im Bild ist zu sehen, wie der «Crew Dragon» des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk von der ISS abdockt.
Bild:Keystone/NASA via AP)
Nasa-Vertreter erklärten, es sei riskanter gewesen, den Astronauten ohne angemessene medizinische Versorgung noch einen weiteren Monat im All zu belassen, als die Grösse der Stationsbesatzung vorübergehend um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Bis SpaceX eine neue Crew anliefert, müsse die Nasa auf alle Aussenbordeinsätze verzichten.
Computermodelle sagten eine medizinische Evakuierung von der Raumstation etwa alle drei Jahre voraus, doch in den 65 Jahren bemannter Raumfahrt hatte die Nasa bislang keine einzige. Die Russen hatten weniger Glück: 1985 etwa erkrankte der sowjetische Kosmonaut Wladimir Wassjutin an Bord der Raumstation Saljut 7, was eine vorzeitige Rückkehr erforderlich machte.