Novartis-Expertin warnt vor einer Krebs-Pandemie

SDA, smi

29.11.2021 - 15:11

Seit Beginn der Pandemie schrecen viele davor zurück: Ein Arzt untersucht einen Mann auf Hautkrebs. (Archivbild)
Seit Beginn der Pandemie schrecken viele davor zurück: Ein Arzt untersucht einen Mann auf Hautkrebs. (Archivbild)
KEYSTONE / Alessandro Della Bella

Corona könnte dafür gesorgt haben, dass mehr Menschen schwer an Krebs erkranken. Dies, weil wegen der Pandemie weniger Tumore rechtzeitig diagnostiziert worden sind. Die Onkologie-Chefin von Novartis ist besorgt.

SDA, smi

29.11.2021 - 15:11

Eine Folge der Corona-Pandemie ist, dass Menschen aus Sorge vor einer Ansteckung weniger schnell zum Arzt gegangen sind, wenn sie sich krank fühlten. Deshalb sind bei vielen Tumore erst viel später diagnostiziert worden. Damit sinken ihre Chancen auf eine vollständige Genesung.

Eine Million Menschen haben alleine in der EU wegen Corona keine Krebsdiagnose erhalten. Dies betont Susanne Schaffert, Chefin der Onkologie-Sparte bei Novartis, unter Verweis auf neue Publikationen. Sie fügt an: «Man spricht daher mittlerweile auch von Krebs als der versteckten Pandemie.»

Doch nicht nur das – manche Patienten haben sich laut Schaffert bewusst gegen eine Krebs-Therapie entschieden, weil sie die damit einhergehenden Einschränkungen nicht in Kauf nehmen wollten. So hätten sie sich etwa von ihren Angehörigen isolieren müssen. «Genau in einer solchen Zeit will das aber kaum jemand», erklärt die Expertin.

Die Medizin arbeitet an der Heilbarkeit von Krebs

Beim Blick nach vorne gibt sich Schaffert verhalten optimistisch. Zwar werde sie in ihrer Karriere kaum mehr miterleben, dass Krebs tatsächlich heilbar ist. «Aber letztlich machen wir ja jeden Tag Schritte in diese Richtung.»

Laut Schaffert dürfte Präzisionsmedizin ein wichtiger Schritt in Richtung auf diesem Weg sein, dass man «mit verschiedenen Therapieansätzen auf die ganz individuellen Bedürfnisse eines jeden einzelnen Patienten reagieren» werde.

Um dort hinzukommen, setze gerade Novartis auch weiterhin auf transformative Therapien. Dieser Fokus in der Forschung erfordert Mut und Risikobereitschaft, so die Onkologie-Chefin. «Dazu gehört es dann auch, trotz Rückschlägen am Ball zu bleiben, sich davon eben nicht entmutigen zu lassen.»

SDA, smi