Anwendungsfehler Schutzmasken können Nährboden für schädliche Mikroben bilden 

dpa/uri

10.6.2020

Ein Mann in Dresden, Deutschland, legt seine Atemschutzmaske an – und hat aus hygienischer Sicht  bei seiner Technik noch durchaus Verbesserungspotenzial.
Ein Mann in Dresden, Deutschland, legt seine Atemschutzmaske an – und hat aus hygienischer Sicht  bei seiner Technik noch durchaus Verbesserungspotenzial.
Bild: Keystone

Eine Stoffmaske kann schützen – so sie denn korrekt verwendet wird. Gerade in diesem Punkt sind viele Experten aber skeptisch.

Der Virologe Hendrik Streeck sieht den Einsatz von Atemmasken gegen das Coronavirus im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch. Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen», sagte Streeck der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ). «Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze», so der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das allgemeine Tragen von einfachem Mund- und Nasenschutz in der Öffentlichkeit weiter skeptisch. Sie hatte ihre bis dahin kritische Haltung gegenüber dem Tragen von Mundschutz in der Allgemeinbevölkerung zwar kürzlich geändert: Selbstgemachte Masken aus Stoff oder solche aus dem Supermarkt seien durchaus empfehlenswert in öffentlichen Verkehrsmitteln, Läden und anderen Einrichtungen, wo ein Abstand von mindestens einem Meter nicht eingehalten werden könne, heisst es in Anfang der Woche veröffentlichten Empfehlungen.



Die Organisation warnte aber erneut, dass solche Masken das Risiko einer Ansteckung auch erhöhen können. Etwa, wenn die Masken oft angefasst oder zeitweise nach unten ans Kinn und dann wieder über Mund und Nase gezogen würden. Ausserdem könne ein falsches Sicherheitsgefühl die Träger veranlassen, weniger oft die Hände zu waschen oder weniger Abstand zu halten. Die Masken machten nur Sinn, wenn sie sachgemäss verwendet und alle anderen Vorgaben eingehalten werden, so die WHO.

Die Masken sollten demnach aus drei Schichten bestehen: einer inneren etwa aus Baumwolle, einer zweiten aus einem thermoplastischen Kunststoff wie Polypropylen und einer äusseren aus Polyester. Sie sollten nur mit sauberen Händen und nur an den Halterungen angefasst und einmal am Tag bei mindestens 60 Grad oder in einer verdünnten Chlorlösung gewaschen werden. Medizinische Masken seien sinnvoll für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Covid-19-Patienten sowie ihre Pflegekräfte und Menschen ab 60 oder gesundheitlich vorbelastete, hiess es von der WHO auch.

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