Flughäfen als FeinstaubquelleStudie zeigt Risiko für Passagiere und Flughafenanwohner
Gabriela Beck
13.12.2025
Beim Ein- und Aussteigen sind Flugpassagiere einem erhöhten Feinstaubrisiko ausgesetzt.
Symbolbild:IMAGO/Rupert Oberhäuser
Der Flugbetrieb könnte ein unterschätztes Risiko für die Gesundheit darstellen. Eine neue Studie zeigt, dass Feinstaub in der Kabinenluft vor allem beim Einsteigen und bei der Landung hohe Konzentrationen erreicht. Auch Anwohnende in Flughafennähe sind betroffen.
Redaktion blue News
13.12.2025, 16:28
Gabriela Beck
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Französische Forschende messen in einer Studie ultrafeine Partikel in der Atemluft von Flugreisenden. Ergebnis: Vor allem beim Einsteigen und Landen sind die Werte hoch.
Auch in der Nähe von Flughäfen ist die Feinstaubbelastung gross. Anwohnende in bis zu fünf Kilometern Entfernung sind betroffen.
Ultrafeine Partikel gelten als gesundheitsschädlich, mit Risiken für Lunge, Herz und die Entwicklung von Föten.
Eine neue Studie hat gezeigt, dass die Konzentrationen ultrafeiner Partikel in der Atemluft von Flugreisenden signifikant variieren – vor allem beim Einsteigen und Landen.
Forschende der Université Paris Cité entwickelten dafür spezielle Messgeräte, die auf Flügen vom Flughafen Paris Charles de Gaulle zu europäischen Zielen auf leeren Sitzen in den vorderen Reihen oder in der Bordküche angebracht wurden, schreibt der Guardian.
Ultrafeine Partikel sind mit blossem Auge nicht sichtbar und werden von vielen herkömmlichen Messmethoden nicht erfasst, weshalb sie auch nicht unter die Emissionsgesetze fallen.
Einstieg problematisch
Laut der WHO sind diese Partikel gesundheitsschädlich. Studien haben sie mit Lungenentzündungen, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und sogar Risiken für das Wachstum von Föten in Verbindung gebracht.
Eine grosse Studie in den Niederlanden ergab zudem einen Zusammenhang zwischen der langfristigen Exposition gegenüber ultrafeinen Partikeln und vorzeitigen Todesfällen, darunter auch Lungenkrebs.
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Die gute Nachricht für Flugreisende: Auf Reiseflughöhe sind die Partikelkonzentrationen in der Kabine gering, da sich die Flugzeuge in relativ sauberer Luft befinden. Problematisch wird es jedoch beim Einsteigen und auf dem Rollweg des Flugzeugs.
Hier stiegen die Feinstaubwerte auf mehr als das Doppelte der von der WHO als hoch festgelegten Werte. Die verschmutzte Luft wurde nach dem Start allmählich aus der Kabine entfernt, stieg aber im Landeanflug wieder an.
Millionen Anwohnende sind betroffen
Betroffen sind jedoch nicht nur Flugreisende, sondern auch die Menschen, die auf Flughäfen arbeiten. Eine separate Untersuchung verschiedener Gesundheitsstudien zeigte, dass es an umfassender Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die mehr als zwei Millionen Zivilisten und Militärangehörigen fehlt, die weltweit an Flughäfen arbeiten.
In Flughafennähe gelangten die Feinstaubpartikel darüber hinaus auch in die angrenzenden Gemeinden. Am Flughafen Charles de Gaulle entspricht die Belastung in einem Kilometer Entfernung etwa der Luftqualität nahe einer stark befahrenen Strasse in Paris.
Auch am Flughafen London Gatwick sind die Feinstaubwerte in 500 Metern Entfernung des den Flughafen umfassenden Zaunes höher als auf den verkehrsreichsten Strassen im Zentrum von London.
Feinstaubpartikel vom Flughafen Charles de Gaulle waren noch in über fünf Kilometern Entfernung nachweisbar. In London konnten ultrafeine Partikel aus Heathrow in ganz West- und Zentral-London nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass sie Millionen von Menschen einatmen.
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