Wären SUV-Fahrer ein Staat, hätten sie den siebtgrössten CO2-Ausstoss

phi

29.10.2019 - 17:17

Mehr-Emissionen 2010 bis 2018: SUVs nach vorn geprescht.
Grafik: IEA

Flugzeuge, Lastwagen und Schwerindustrie haben in den letzten Jahren mehr Emissionen ausgestossen. Und SUVs? Die hängen das Trio in diesem Punkt tatsächlich ab.

Der durch zu hohe CO2-Emissionen hervorgerufene Klimawandel rückt mehr und mehr in den Fokus der Menschen­ – und er rottet nicht nur ganze Arten aus, sondern hat auch weit weniger lebendige Opfer. Der Verbrennungsmotor etwa wird wohl bald auf die Liste der bedrohten Technologien landen, wenn die Zukunft ökologischer sein soll als die Gegenwart.

Die Folge: Der «konventionelle» Auto-Markt stagniert. Die «unkonventionellen» Modelle müssen den Karren aus dem Dreck ziehen: Das Zugpferd Elektroauto könnte seinen Anteil im Welt-Fuhrpark von 0,5 Prozent im Jahr 2018 auf 7 Prozent im Jahr 2030 ausbauen. Das tönt zuerst ganz gut, doch im Vergleich ist diese Umweltentlassung bloss ein Tropfen auf dem heissen Stein.

Anteile von SUVs an Neuzlassungen.
Grafik: IEA

Zu den «Unkonventionellen» zählt nämlich auch die Gruppe der SUV, deren Zahl weiter stark steigt, wie die Internationale Energiebehörde erklärt. Während 2010 noch 35 Millionen der schweren Fahrzeuge über den Planeten fuhren, sind es heute mehr als 200 Millionen – und es werden stetig mehr. 40 Prozent der weltweit neu zugelassenen Wagen sind SUVs: Vor zehn Jahren waren es halb so viele. Wären SUV-Fahrer ein Staat, hätten sie den siebtgrössten CO2-Ausstoss überhaupt.

Nicht nur im Westen steigt die Nachfrage nach den Benzinhungrigen Modellen, sondern ebenso in Ländern wie China und Indien. «Der Trend ist universell», fassen die Autoren der Energieagentur zusammen. Und dass das nichts Gutes für die Umwelt bedeuten kann, liegt auf der Hand. Wer aber hört, wie gravierend die Konsequenzen schon heute sind, dürfte schwer schlucken.

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Bei den SUVs ist der Anstieg der Emissionen zwischen 2010 und 2018 höher gewesen als in der Schwerindustrie, bei Lastwagen oder in der Luftfahrt. Bereits heute verbrauchen die PKW dieser Welt fast ein Viertel des Öls ­ – und SUVs verbrauchen ungefähr ein Viertel mehr Kraftstoff als herkömmliche Mittelklassewagen. Auf ihr Konto geht der Anstieg im PKW-Verbrauch, der zwischen 2010 und 2018 satte 3,3 Millionen Barrel täglich betragen hat.

Wenn der SUV-Boom so weitergeht, steigt der Benzin-Durst alleine durch diese Fahrzeuge bis 20140 um 2 Millionen Barrel täglich, warnt die Energieagentur. Bis dahin soll es zwar auch 150 Millionen Elektroautos geben ­– doch die würden gerade mal ausreichen, um den SUV-Anstieg auszugleichen. Wenn die Schweiz so weiterfährt, ist sie vorne mit dabei: Schon jetzt ist fast jedes dritte neu zugelassene Auto ein SUV.

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