Taucher entdecken zufällig Nazi-Kriegsschiff auf dem Meeresgrund

tsha/dpa

9.9.2020 - 18:04

Zufällig Nazi-Kreuzer auf dem Meeresgrund entdeckt

Zufällig Nazi-Kreuzer auf dem Meeresgrund entdeckt

Der norwegische Netzbetreiber Statnett hatte laut Medienberichten bei Inspektionsarbeiten auf dem Meeresgrund dieses Wrack des deutschen Kriegsschiffes «Karlsruhe» entdeckt, und zwar ziemlich genau 13 Seemeilen vor Kristiansand.

09.09.2020

1940 führte die «Karlsruhe» die Invasion Norwegens an. Nun wurde das deutsche Kriegsschiff wiederentdeckt – von Arbeitern, die ein Stromkabel untersuchten.

Acht Jahrzehnte lang lag die «Karlsruhe» in ihrem feuchten Grab am Meeresgrund – bis das deutsche Kriegsschiff rein zufällig entdeckt wurde. Vor rund drei Jahren stiessen Mitarbeiter des norwegischen Netzbetreibers Statnett auf das Wrack, das allerdings erst jetzt identifiziert werden konnte.

Die Statnett-Mitarbeiter hatten an der Stelle vor der Südküste Norwegens ein Unterwasser-Stromkabel inspiziert, als sie die Überreste fanden.

Die «Karlsruhe» war im April 1940 gesunken. Seither liegt sie in 500 Metern Tiefe. «80 Jahre lang wusste niemand, wo das Schiff genau gesunken war», sagte Frode Kvalø, Archäologe am Norwegischen Maritimen Museum, der Deutschen Presse-Agentur.



Erst in diesem Sommer hatte Statnett Gelegenheit, mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeuges (ROV) und mehrstrahligen Echoloten nähere Untersuchungen vorzunehmen. Die Kanonen und Hakenkreuze wiesen daraufhin, dass es sich um die «Karlsruhe» handele, so Kvalø.

80 Jahre verschollen

Am 9. April vor 80 Jahren hatte die «Karlsruhe» einen Angriff auf Norwegen angeführt und war dabei von norwegischer Artillerie sowie einem britischen Torpedo getroffen worden. Schliesslich wurde das Schiff von den deutschen Truppen selbst versenkt.

Norwegen hatte sich bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als neutral erklärt, woraufhin das Land ab April 1940 von Deutschland besetzt wurde. Binnen weniger Wochen war der Widerstand der norwegischen Truppen, die sich mit Unterstützung der Alliierten gegen die Nazis gewehrt hatten, gebrochen. Bis zur Befreiung im April 1945 blieb Norwegen von Hitler-Deutschland besetzt.



Bei der «Karlsruhe» handle es sich um «das einzige grosse deutsche Kriegsschiff, das während des Angriffs auf Norwegen an einem unbekannten Ort verloren ging», erklärt Archäologe Kvalø in einer Stellungnahme. Man habe zwar gewusst, dass das Schiff gesunken sei und wie, aber nicht den genauen Ort gekannt.

Mit einer Länge von 174 Metern sei die «Karlsruhe» das «furchterregendste« Kriegsschiff gewesen, das an der Schlacht um Kristiansand beteiligt war, so Kvalø weiter.

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