Diagnose mit schweren FolgenUnheilbar langsam Richtung Tod – das musst du über die Krankheit ALS wissen
Sven Ziegler
20.2.2026
ALS ist eine unheilbare Nervenkrankheit.
USZ
Nach dem Tod von «Grey's Anatomy»-Star Eric Dane rückt eine Krankheit in den Fokus, die viele zwar vom Namen kennen – aber kaum verstehen: ALS. Was genau passiert im Körper und warum gilt sie bis heute als unheilbar?
Gegen 25'000 Menschen weltweit erkranken pro Jahr an ALS. Die Krankheit beginnt meist harmlos, endet aber meist tödlich.
Was steckt dahinter? Wie bemerkt man ALS? Und ist die Krankheit heilbar?
blue News beantwortet die wichtigsten Fragen.
Was bedeutet ALS?
ALS steht für «Amyotrophe Lateralsklerose» und bezeichnet eine schwere Erkrankung des Nervensystems. Betroffen sind vor allem die motorischen Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark.
Diese Nervenzellen sind dafür verantwortlich, dass Signale vom Gehirn zu den Muskeln gelangen. Wenn sie nach und nach absterben, funktioniert die Steuerung der Muskeln immer schlechter.
Für Betroffene bedeutet das: Bewegungen, die früher selbstverständlich waren – etwa Gehen, Sprechen oder Greifen – werden zunehmend schwieriger.
Die Muskeln werden schwächer, weil sie keine richtigen Signale mehr erhalten. Die Krankheit gehört zu den sogenannten neurodegenerativen Erkrankungen, also Krankheiten, bei denen Nervenzellen unwiederbringlich verloren gehen.
Was passiert im Körper bei ALS?
Bei ALS werden die motorischen Nervenzellen langsam zerstört. Diese Zellen wirken wie eine Art Leitung zwischen Gehirn und Muskeln. Fällt diese Verbindung aus, können Muskeln nicht mehr richtig angesteuert werden und bauen mit der Zeit ab.
Zunächst zeigen sich oft kleine Schwächen in Händen, Armen oder Beinen. Mit fortschreitender Krankheit breiten sich die Lähmungen aus.
Bei ALS ist keine Steuerung des Muskels mehr möglich.
USZ
Später können auch wichtige Funktionen wie Schlucken, Sprechen oder Atmen betroffen sein. Besonders kritisch wird es, wenn die Atemmuskulatur geschwächt wird, da sie für die lebenswichtige Atmung zuständig ist.
Ist ALS heilbar?
Nein, eine Heilung für ALS gibt es derzeit nicht. Die medizinische Forschung arbeitet seit Jahren intensiv an neuen Therapien, doch bislang kann die Krankheit nur verlangsamt und nicht gestoppt werden.
Medikamente und unterstützende Therapien können helfen, Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf etwas zu bremsen. Dazu gehören beispielsweise Physiotherapie, Atemunterstützung oder spezielle Hilfsmittel für Kommunikation und Mobilität. Ziel der Behandlung ist vor allem, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
Wie schnell schreitet die Krankheit voran?
Der Verlauf von ALS ist individuell sehr unterschiedlich, folgt aber meist einem fortschreitenden Muster. In vielen Fällen verschlechtert sich der Zustand über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich. Durchschnittlich leben Betroffene nach der Diagnose etwa drei bis fünf Jahre, wobei es auch Ausnahmen gibt.
Einige Menschen leben deutlich länger mit der Krankheit, insbesondere wenn der Verlauf langsamer ist oder moderne unterstützende Therapien früh eingesetzt werden. Trotzdem gilt ALS als schwere und lebensverkürzende Erkrankung, da sie letztlich lebenswichtige Muskelgruppen betrifft.
Welche Symptome treten am Anfang auf?
Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und werden zunächst nicht immer mit einer schweren Krankheit in Verbindung gebracht. Typisch sind etwa eine unerklärliche Muskelschwäche, häufiges Stolpern, Schwierigkeiten beim Greifen oder Muskelzucken.
Manche Betroffene bemerken auch eine veränderte Sprache, etwa undeutlicheres Sprechen oder schnellere Ermüdung beim Reden. Da die Symptome schleichend beginnen, vergeht oft einige Zeit, bis eine klare Diagnose gestellt wird.
Betrifft ALS nur die Muskeln oder auch das Denken?
In erster Linie betrifft ALS die Muskelsteuerung. Das Bewusstsein, die Wahrnehmung und die geistigen Fähigkeiten bleiben bei vielen Betroffenen lange erhalten. Das bedeutet, dass sie die körperlichen Veränderungen meist sehr bewusst miterleben.
ALS kann jeden Menschen betreffen.
Bild:FUNKE Foto Services
In einem Teil der Fälle können jedoch auch kognitive Veränderungen auftreten, etwa Probleme mit Konzentration oder Verhalten. Diese stehen aber in der Regel nicht im Vordergrund der Erkrankung.
Wer bekommt ALS und wie häufig ist die Krankheit?
ALS ist eine seltene Krankheit. Sie tritt meist im mittleren bis höheren Erwachsenenalter auf, kann aber grundsätzlich jeden Menschen betreffen. Männer sind statistisch etwas häufiger betroffen als Frauen.
In den meisten Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Nur ein kleiner Teil der Erkrankungen ist genetisch bedingt und tritt familiär gehäuft auf. Bei der grossen Mehrheit handelt es sich um sogenannte sporadische Fälle ohne klare Auslöser.
Wie leben Menschen mit ALS im Alltag?
Mit fortschreitender Krankheit sind viele Betroffene zunehmend auf Unterstützung angewiesen. Hilfsmittel wie Rollstühle, Sprachcomputer oder Atemgeräte können den Alltag erleichtern und ein gewisses Mass an Selbstständigkeit erhalten.
Gleichzeitig erfordert die Erkrankung oft eine intensive medizinische Betreuung und Unterstützung durch Angehörige. Trotz der schweren Diagnose engagieren sich viele Betroffene öffentlich für Aufklärung und Forschung, um das Bewusstsein für die Krankheit zu stärken und die Entwicklung neuer Therapien voranzutreiben.