Kleiner Fisch mit grosser Wirkung: Die Schwarzmeergrundeln – eine der 100 invasivsten Arten Europas – machen sich seit einigen Jahren im Rhein breit und bedrohen heimische Fischarten.
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Zuhause sind die Fische eigentlich im Schwarzen Meer. Doch im Ballastwasser von Frachtschiffen haben es die Tierchen bis nach Europa und sogar in die USA geschafft.
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Erstmals in der Schweiz aufgetaucht sind die Schwarzmeergrundeln 2011. Seither haben sich die Fische explosionsartig vermehrt.
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2012 gingen den Forschern der Universität Basel noch 254 Tiere in die Fallen auf dem Grund des Hafenbeckens in Basel. Ein Jahr später waren es bereits 2118 Fische.
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Die Schwarzmeergrundel ist ein äusserst rabiater Fisch. Er frisst mit Vorliebe den Laich anderer Fischarten, vertreibt sie aus ihrem Lebensraum und verteidigt seine eigenen Brutplätze aggressiv und kampflustig.
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Obwohl nur wenige Gramm schwer – dieses Exemplar wiegt lediglich 26.05 Gramm – und zwischen zehn bis 20 Zentimeter lang, hat die Schwarzmeergrundel in den wenigen Jahren seit ihrer Ankunft in der Schweiz heimischen Arten wie der Groppe, Äschen oder auch Forellen arg zugesetzt.
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Die Schwarzmeergrundel gilt als schwimmschwach und hat deshalb Mühe, ältere Fischtreppen wie jene des Kraftwerks Birsfelden zu überwinden. Trotzdem verbreitet sie sich überraschend schnell. Im Herbst 2017 wurden erste Exemplare auf der Höhe von Möhlin (AG) gefunden – über 20 Kilometer von Basel entfernt.
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Forscher der Universität Basel um Professorin und Grundelspezialistin Patricia Holm suchen nach Wegen, die invasive Art an einer weiteren Ausbreitung rheinaufwärts und in die Nebengewässer zu hindern.
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Dafür setzen die Forscherinnen und Forscher Fallen im Hafenbecken Basel, …
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… sammeln Proben und …
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… nehmen den kleinen Fisch ganz genau unter die Lupe, um so viel wie möglich über sein Verhalten zu erfahren.
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Noch haben die Forscher allerdings keine Wandersperren entwickeln können, die die Schwarzmeergrundeln zuverlässig stoppen.
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An Ideen mangelt es Professorin Holm und ihrem Team nicht. Methoden wie ins Wasser eingelassene Metallrahmen befinden sich aber noch im Versuchsstadium und müssen noch weiterentwickelt werden.
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Auch Fischer können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass sich die invasiven Fische nicht weiter ausbreiten. So dürfen Grundeln nicht als lebende Köder eingesetzt oder in andere Gewässer ausgesetzt werden.