Warum sich Schnee und Eis in den Alpen rosa färben 

phi

7.7.2020 - 00:00

Kurios und gefährlich: Algen färben Alpen-Gletscher pink

Kurios und gefährlich: Algen färben Alpen-Gletscher pink

Auf dem Presena-Gletscher im Norden Italiens ist ein kurioses Phänomen zu beobachten: Algen, die vom Schmelzwasser leben, färben das Eis pinkfarben, was den Gletscher noch schneller abschmelzen lässt.

07.07.2020

In den Schweizer – und italienischen Alpen sind Schnee und Eis zum Teil rosa eingefärbt. Forscher haben herausgefunden, dass eine Algenart der Grund ist, die das Abtauen beschleunigt. 

Der Presena-Gletscher bei Pellizano im Trentino ist nicht mehr überall weiss: Grosse Flächen von Eis und Schnee sind pink. Ein Kuriosum, das auch schon am Morteratsch im Engadin oder in Grönland beobachtet. Die gute Nachricht ist: Der Auslöser ist ein natürliches Phänomen. Die schlechte: Das Ganze beschleunigt trotzdem das Abschmelzen.

Pretty in pink: rosa gefärbter Schnee in den italienischen Alpen.
Bild: AFP

Die Verfärbung wird von Ancylonema nordenskioeldii verursacht. «Die Alge ist nicht gefährlich», erklärt Wissenschaftler Biagio Di Mauro der Nachrichtenagentur «AFP». «Es ist ein natürliches Phänomen, dass im Frühling und Sommer in mittlerer Höhe, aber auch an den Polen auftritt.»

Biagio Di Mauro nimmt Schneeproben am Presena-Gletscher.
Bild: AFP

Aber warum kann eine Alge für Gletscher gefährlich werden? «Alles, was den Schnee dunkler macht, führt dazu, dass er schneller schmilzt, denn das beschleunigt die Strahlen-Absorption», erläutert Di Mauro. «Aber sie können in Verbindung stehen mit der Anwesenheit von Menschen in diesen Höhenlagen, mit den Skiliften und dem Wandern. Wir versuchen nun hier, die Auswirkungen von Phänomenen, die nicht menschengemacht sind, auf die Überhitzung der Erde zu quantifizieren.»

Der Italiener hat auch schon am Morteratsch im Engadin ähnliche Proben genommen.
Bild: AFP

«Die Erderwärmung ist ein Problem. Das letzte, was wir brauchen, sind Algen. Leider richten wir irreversible Schäden an», führt Marta Durante aus. «Ich denke, wir sind schon an dem Punkt, an dem es kein Zurück gibt.»

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