Wie das Wetter den Lauf unserer Flüsse prägt

sda/phi

16.9.2019 - 20:23

Die tut nichts, die will nur schwimmen.
Symbolbild: Keystone

Kennst du ein Fluss-Profil, kennst du alle: Was nach Social-Media-Weisheit tönt, meint bloss, dass sich Flüsse überall gleich in die Erde graben. Nun steht aber fest: Das Klima beeinflusst ihren Lauf.

Das Gefälle von Flussläufen ermöglicht Rückschlüsse auf die Entwicklung des Klimas in der Region. Entscheidend sei die Form des sogenannten Flusslängsprofils, das das Gefälle von der Quelle bis zur Mündung zeigt, berichten britische Wissenschaftler im Fachjournal «Nature».

«Das Längsprofil wird über Zehntausende bis Millionen Jahre nach und nach geformt, es erzählt eine Langzeitgeschichte über das Klima der Region», sagte Hauptautor Shiuan-An Chen von der University of Bristol. Es handle sich um ein eindrückliches Beispiel dafür, wie stark das Klima die Topographie von Landschaften präge.

Die bisherige Theorie sei gewesen, dass alle Flüsse im Laufe ihrer Entwicklung eine konkave Profilform annehmen. Von der Quelle in Richtung Mündung fällt das Profil demnach in Form einer nach innen gewölbten Kurve ab.

Die Flussprofile verschiedener Klimaregionen – von feucht bis trocken.
Grafik: University of Bristol

«Unsere Studie zeigt, dass viele Flussprofile weltweit nicht nach innen gewölbt sind und dass solche geraderen Profile eher in trockenen Regionen vorkommen», erklärte Studienleiterin Katerina Michaelides. Bei einem geraden Profil fällt das Profil von Quelle zu Mündung – stark schematisiert – gerade ab wie eine Rutsche.

Ursache dafür ist der Analyse zufolge, dass abhängig vom Klima unterschiedlich viel Wasser Richtung Mündung fliesst. Das wiederum beeinflusst, an welchen Stellen im Verlauf des Stroms wie viel Sediment weggetragen oder abgelagert wird.

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