Tödlicher Ausbruch auf KreuzfahrtschiffSo gefährlich ist das Hantavirus für dich
Sven Ziegler
4.5.2026
Bislang sind drei Personen auf dem Schiff gestorben.
Hans R. Gelderblom/RKI/dpa
Drei Tote, mehrere Infizierte und ein Schiff in Quarantäne: Der Ausbruch auf der «MV Hondius» wirft viele Fragen auf. Was ist das Hantavirus, wie wird es übertragen – und wie gross ist die Gefahr für uns? blue News erklärt dir, was du jetzt wissen musst.
Auf der «MV Hondius» erkranken mehrere Passagiere plötzlich schwer. Drei Menschen sterben, weitere werden behandelt. Wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilt, sind insgesamt sechs Personen betroffen.
Das Expeditionsschiff liegt derzeit vor Kap Verde vor Anker. Niemand darf von Bord. Die WHO untersucht den Fall intensiv – auch weil bislang nur ein Fall labortechnisch bestätigt ist.
blue News sagt dir, was du jetzt wissen musst – und welche Gefahr in der Schweiz besteht.
Was ist das Hantavirus überhaupt?
Hantaviren sind weltweit verbreitet und keineswegs exotisch. Sie befallen vor allem Nagetiere wie Mäuse oder Ratten. Diese tragen das Virus oft lebenslang, ohne selbst krank zu werden.
Für den Menschen wird es gefährlich, wenn er mit Ausscheidungen der Tiere in Kontakt kommt – etwa über Staub aus getrocknetem Urin oder Kot. Eine Ansteckung erfolgt meist unbemerkt.
Wie gefährlich ist das Hantavirus wirklich?
Das Hantavirus wird häufig von der Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) auf den Menschen übertragen.
Kimmo Taskinen/STT-Lehtikuva/dpa
Nicht jedes Hantavirus ist gleich gefährlich. In Europa zirkulieren Varianten, die meist mild verlaufen. Sie führen in der Regel zu Fieber und Nierenproblemen, die Sterblichkeit ist niedrig.
Ganz anders sieht es in Südamerika aus. Dort gibt es aggressivere Varianten, die die Lunge angreifen und lebensbedrohlich sein können. Die Sterblichkeit liegt laut Fachleuten deutlich höher.
Besonders im Fokus steht das sogenannte Andes-Virus. Es kommt in Südamerika vor – genau dort, wo die «Hondius» zuvor unterwegs war.
Der entscheidende Unterschied: Dieser Stamm könnte unter bestimmten Bedingungen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Das wäre für ein Schiff mit vielen Menschen auf engem Raum ein ernstes Risiko.
Wie macht sich das Hantavirus bemerkbar?
Das Virus macht die Spurensuche schwierig. Die Inkubationszeit beträgt oft mehrere Wochen. Infizierte merken lange nichts.
Erste Anzeichen ähneln einer Grippe: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Je nach Virusvariante kann sich der Zustand danach schnell verschlechtern – entweder durch Nierenprobleme oder durch schwere Lungenschäden.
Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen sind nicht neu – meist handelt es sich aber um Noroviren oder andere leicht übertragbare Erreger.
Ein Hantavirus-Ausbruch ist hingegen äusserst selten. Normalerweise erfolgt die Ansteckung über Tiere, nicht über andere Menschen. Genau deshalb sorgt der Fall auf der «Hondius» für so viel Aufmerksamkeit.
Ist das Hantavirus heilbar?
Die MS Hondius liegt derzeit vor Kap Verde vor Anker.
IMAGO/Zoonar
Ein spezifisches Medikament gibt es nicht. Auch eine Impfung ist in Europa nicht verfügbar.
Die Behandlung erfolgt rein unterstützend – oft auf der Intensivstation. Entscheidend ist, dass Betroffene früh medizinisch versorgt werden.
Warum der Fall so ungewöhnlich ist
Wie gross ist die Hantavirus-Gefahr in der Schweiz?
Für die Schweiz gibt es derzeit keinen Grund zur Sorge. Hier zirkulieren andere Virusvarianten, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden und meist mild verlaufen.
Einzelne Fälle kommen zwar vor, bleiben aber selten und gut behandelbar.
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