Forscher finden heraus Wie unser Gehirn zukünftige Ereignisse vorausahnt

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30.3.2025 - 22:27

Unser Gehirn ist noch besser, als wir glauben. 
Unser Gehirn ist noch besser, als wir glauben. 
Symbolbild: Ingo Wagner/dpa

Unser Gehirn hat die bemerkenswerte Fähigkeit, bevorstehende Ereignisse zu antizipieren. Ein deutsches Forscherteam hat nun herausgefunden, welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen.

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  • Eine neue Studie identifiziert drei Hirnregionen, die bei der Vorhersage zeitlicher Ereignisse eine zentrale Rolle spielen, darunter der posteriore Parietallappen und der sensomotorische Kortex.
  • Alpha- und Beta-Hirnströme repräsentieren die Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse und ermöglichen dem Gehirn, schneller und gezielter zu reagieren.
  • Die Erkenntnisse könnten Auswirkungen auf die Behandlung neurologischer Störungen wie ADHS oder Parkinson sowie auf Training und Entscheidungsfindung haben.

Im Alltag erleben wir oft Momente, in denen wir Ereignisse vorausahnen, bevor sie eintreten. Ob beim Autofahren, wenn wir eine Ampel auf Rot springen sehen und rechtzeitig bremsen, oder wenn wir einen Gegenstand auffangen, der vom Tisch zu fallen droht.

Diese Fähigkeit zur zeitlichen Vorhersage ist eine grundlegende Funktion unseres Nervensystems. Doch wie gelingt es dem Gehirn, die unmittelbare Zukunft zu antizipieren?

Drei Unis forschen

Ein Team von Neurowissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, des Ernst Strüngmann Instituts für Neurowissenschaften und der Goethe-Universität Frankfurt hat sich dieser Frage gewidmet. Ihre Studie, die im Fachmagazin «Nature Communications» veröffentlicht wurde, ist Teil des Forschungsprojekts «The Anticipation of Events in Time», wie «Focus» schreibt

Die Forscher um Matthias Grabenhorst vom Ernst Strüngmann Institut identifizierten mithilfe der Magnetenzephalographie drei zentrale Hirnregionen, die bei der Antizipation von Ereignissen eine entscheidende Rolle spielen.

Der posteriore Prietallappen ist für die zeitliche Planung und motorische Vorbereitung zuständig, während der posteriore mittlere Gyrus Temporalis die zeitliche Verarbeitung von Ereignissen übernimmt. Der sensomotorische Kortex ist direkt an den Bewegungen beteiligt, die auf vorhergesehene Ereignisse folgen.

Das Gehirn kann in die Zukunft gucken

Darüber hinaus entdeckten die Wissenschaftler, dass bestimmte Hirnströme den Zeitpunkt zukünftiger Ereignisse vorhersagen können. Diese Ströme schwingen in den Frequenzbereichen Alpha (sieben bis zwölf Hertz) und Beta (15 bis 30 Hertz) und repräsentieren die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen über die Zeit.

Je vorhersehbarer ein Ereignis ist, desto stärker sind die neuralen Schwingungen, was dem Gehirn ermöglicht, schneller und effizienter zu reagieren. Die Ergebnisse der Studie könnten das Verständnis von Entscheidungsfindung, Aufmerksamkeit und sportlichen Leistungen sowie neurologischen Störungen wie ADHS oder Parkinson grundlegend beeinflussen.

«Die Studie öffnet neue Türen für die Erforschung der grundlegenden Rolle von Hirnrhythmen bei der Navigation durch Zeit und Zukunft», erklärt Georgios Michalareas von der Goethe-Universität. Diese Rhythmen könnten auch beim Training des Gehirns genutzt werden, um die Reaktionsgeschwindigkeit zu verbessern.

Der Redaktor hat diesen Artikel mithilfe von KI geschrieben.