Selbstgebauter BatteriespeicherYoutuber versorgt Haus mit Strom aus 500 Einweg-E-Zigaretten
Oliver Kohlmaier
12.11.2025
Der Chris Doel mit seinem selbstgebauten Batteriespeicher.
Chris Doel / Youtube
Der Youtuber Chris Doel zeigt mit einem spektakulären Selbstbau-Projekt die verheerende Ressourcenverschwendung von Einweg-E-Zigaretten auf. Aus 500 weggeworfenen Geräten baute er einen Batteriespeicher.
Redaktion blue News
12.11.2025, 21:05
Oliver Kohlmaier
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Millionenfach weggeworfene Einweg-E-Zigaretten sind ein grosses Umweltproblem.
Dabei stecken in ihnen gewöhnliche Lithium-Ionen-Akkus, die sich wieder aufladen lassen.
Der Youtuber Chris Doel hat in einem Selbstbau-Projekt 500 ausrangierte Akkus aus Einweg-E-Zigaretten verwendet, um eine Powerwall zu bauen.
Der 50-Volt-Akku war in der Lage, ausreichend Strom für die Versorgung seines Hauses zu liefern.
Jeden Tag werden weltweit Millionen von Einweg-E-Zigaretten weggeworfen. Das ist nicht nur ein Problem für die Umwelt, sondern auch eine gigantische Verschwendung wertvoller Ressourcen. Denn die Einweg-‹Vapes ›enthalten gewöhnliche Lithium-Ionen-Akkus, die sich hunderte Male aufladen lassen.
Wie also lassen sich diese Gratis-Akkus im grossen Stil nutzen? Auf diese Frage wollte der YouTuber Chris Doel unbedingt eine Antwort finden. Der Engländer zeigt auf seinem Kanal auf, wie verschwenderisch die Gesellschaft mit Ressourcen umgeht. Mit weggeworfenen Akkus betrieb er bereits E-Bikes oder baute eine Schnelllade-Powerbank.
Doel startet also ein monatelanges Selbstbau-Projekt, um 500 ausrangierter oder auf der Strasse gefundene E-Zigaretten wiederzuverwenden. Heraus kam eine Powerwall, der sein gesamtes Haus mit Strom versorgen kann.
«Das Problem der Einweg-E-Zigaretten liegt in ihrem Inneren», erklärt Doel in dem Video, das nach 12 Tagen bereits drei Millionen Mal angesehen wurde.
Für sein Recycling-Projekt musste Doel zunächst hunderte von E-Zigaretten aller Formen und Grössen aufbrechen, um an ihre Lithium-Ionen-Akkus zu gelangen.
Das Problem dabei: Es gibt keine schnelle und einfache Methode, um festzustellen, welche E-Zigaretten-Akkus noch brauchbar sind. «Wenn eine Lithiumzelle jemals unter 3 Volt entladen wird, wird sie beschädigt und unbrauchbar. Wie wir hier sehen können, ist das bei etwa der Hälfte dieser Akkus der Fall», sagte er und deutet auf zwei Stapel entnommener Akkus.
Was also ist die einfachste Methode, die Funktionsfähigkeit der Akkus im Vorhinein zu testen? Man verwendet sie einfach gemäss ihres ursprünglichen Zwecks. Damit Doel nicht selbst an den weggeworfenen E-Zigaretten ziehen muss, bedient er sich an einem ausrangierten Gerät zur CPAP-Beatmung. Es unterstützt in der Medizin die Atmung von Patienten und wird auch zur Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt.
Batteriespeicher kann Haus versorgen
Nachdem er Hunderte von E-Zigaretten getestet und gesammelt hatte, konnte Doel die Batteriezellen nach ihrer Kapazität sortieren, um sie schliesslich parallel zu betreiben. Es war ein grosses Stück Arbeit, sagt der YouTuber. Dies zeige, «warum Recyclingprogramme für diese Dinge eine so enorme Herausforderung und meistens kaum durchführbar sind».
Mit einigen 3D-gedruckten Modulen zur Aufnahme der Batterien lötet Doel schliesslich mühsam die einzelnen Batterien zu einem riesigen Batteriespeicher zusammen.
Das Ergebnis sieht etwas wild aus, ist jedoch ein vollwertiger 50-Volt-Akku. Der YouTuber lässt ihn über einen Wechselrichter laufen, um schliesslich Strom für seinen Haushalt zu erzeugen. «All meine Geräte werden jetzt zu 100 Prozent von den weggeworfenen Akkus versorgt», sagt Doel, und trennt schliesslich noch das Haus vom Stromnetz.
«Um also die Frage zu beantworten, ob man ein ganzes Haus nur mit Einweg-Vape-Zellen, die millionenfach weggeworfen werden, mit Strom versorgen kann: Ja, das ist absolut möglich», sagt er stolz. Nun will er seine Powerwall noch mit Solarzellen kombinieren.
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