Asyl Biel & Region scheitert mit Beschwerde – und löst sich auf

20.9.2019 - 17:45, SDA

Der in der Flüchtlingsbetreuung tätige Verein Asyl Biel & Region (ABR) soll aufgelöst werden. Das will der Vorstand. Er reagiert damit auf den Umstand, dass der Verein mit einer Beschwerde gegen die Nichtberücksichtigung von ABR bei der künftigen Betreuung von Flüchtlingen abgeblitzt ist.

Im April dieses Jahres gab das Sozialamt des Kantons Bern bekannt, dass im Berner Jura-Seeland künftig das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Flüchtlinge betreuen kann. Es ist künftig der sogenannte «Regionale Partner» des Kantons in der Flüchtlingsbetreuung.

In den anderen Regionen des Kantons Bern sind die Firma ORS, der Verein Asyl Berner Oberland, nochmals das SRK und die Stadt Bern Regionale Partner. Das bernische Sozialamt wirbelte mit diesem Entscheid die bisherigen Strukturen in der Asylbetreuung durcheinander. Es geht kantonsweit um einen Auftrag im Umfang von 50 Mio. Franken.

Wie die nicht berücksichtige Heilsarmee-Flüchtlingshilfe und die ebenfalls leer ausgegangene Caritas reichte ABR nach dem Entscheid Beschwerde bei der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) ein. Diese hat die Beschwerde von ABR kürzlich abgewiesen, wie der Bieler Verein mitteilte und die GEF auf Anfrage bestätigte.

Zu viele Unsicherheiten

Diesen Beschwerdeentscheid zieht nun ABR nicht ans kantonale Verwaltungsgericht weiter. Grund dafür sei «das nicht unerhebliche Prozessrisiko» sowie eine nicht abschätzbar lange Zeit mit Unsicherheiten. Auf diese Weise wäre ein geordneter Betrieb nicht aufrecht zu erhalten.

Mit Blick auf die Angestellten hat der Vorstand beschlossen, «einen möglichst geregelten Übergang der Geschäftstätigkeit zum Schweizerischen Roten Kreuz zu ermöglichen», wie es weiter heisst. Anschliessend wird der ABR-Vorstand den in der Mitgliederversammlung vertretenen Gemeinden die Auflösung des Vereins beantragen. ABR beschäftigt heute 120 Personen.

Er wurde 2002 als Folgeorganisation des früheren Flüchtlingssekretariats der Stadt Biel gegründet und betreut täglich 1500 Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Personen. Dies in vier Kollektivunterkünften und in rund 350 Wohnungen der Gemeinden des Seelands, des Berner Juras und der Stadt Biel.

GEF-Generalsekretär Yves Bichsel sagte auf Anfrage, zu den übrigen bei der Direktion eingereichten Beschwerden wolle diese «nicht aktiv kommunizieren».

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