Berner Regierung setzt 80-Prozent-Hürde für Massentests an Schulen

zc, sda

12.1.2022 - 14:50

Die Berner Schulen können selber entscheiden, ob sie Massentests durchführen oder beim Ausbruchstesten bleiben wollen.
Keystone

Im Kanton Bern können Schulen regelmässige Corona-Massentests durchführen, wenn pro Standort mindestens 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Das hat der Regierungsrat am Mittwoch auf dem Verordnungsweg entschieden.

zc, sda

12.1.2022 - 14:50

Der Schwellenwert stelle die Sinnhaftigkeit der Tests aus epidemiologischer Sicht sicher, schreibt der Regierungsrat. Ursprünglich wollte der Kanton die Massentests sogar nur dann zulassen, wenn alle Schülerinnen und Schüler mitmachen. Davon ist die Regierung nun abgekommen.

Über die Wiedereinführung der sogenannten repetitiven Tests entscheiden bei den Volksschulen deren Trägerschaft, das heisst die Gemeinden. Bei den übrigen Schulen sind es die Schulleitungen.

Die Volksschulen werden die Eltern über die Absicht des Testens informieren. Eltern können sich bei der Schule melden, wenn sie ihre Kinder nicht testen lassen wollen. Wird die Quote von 80 Prozent an teilnehmenden Schulkindern nicht erreicht, kann die Schule gar nicht erst mit dem Testen beginnen.

Nach zwei bis drei Wochen wird die Quote überprüft. Liegt sie dann unter 80 Prozent, wird das repetitive Testen eingestellt. Für das Erreichen der Quote sind im übrigen nur die Schülerinnen und Schüler relevant. Die Lehrkräfte und das übrige Schulpersonal können zwar am Testen teilnehmen, werden aber für die Quote nicht mitgezählt.

Zwei Möglichkeiten

Massentests gab es an den Schulen im Kanton Bern bis im Spätsommer vergangenen Jahres. Im September 2021 ging der Kanton dann zum Ausbruchstesten über. Daran hält er grundsätzlich fest.

Die Methode ist aber umstritten. Kritiker sind der Meinung, beim Ausbruchtesten komme man häufig zu spät. Der Kanton kam deshalb vor einer Woche den Schulen und Gemeinden entgegen und stellt es ihnen nun frei, wieder Massentests durchzuführen.

Mehrere grössere Gemeinden haben sich mittlerweile zu diesem Schritt entschlossen – darunter die Stadt Bern und die Gemeinde Köniz. Noch nicht festgelegt hat sich Biel. Die Stadt Thun hingegen hält am Ausbruchtesten fest.

Etwa 50 Interessierte

Insgesamt rund 50 Schulen beziehungsweise Gemeinden haben bislang Interesse an der Rückkehr zu Massentests signalisiert, wie Gundekar Giebel von der Gesundheitsdirektion am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Wie viele Schulen letztlich wirklich repetitive Tests durchführen werden, sei offen. Zunächst müsse sich weisen, wo die 80-Prozent-Quote überhaupt erfüllt werde.

zc, sda