Coronavirus – Bern

Berner Stadtrat gegen «behördliche Bespassung» nach Corona

zc, sda

4.2.2021 - 18:35

Feste wie der Zibelemärit sollen die Stadt Bern nach Ende der Pandemie wieder beleben, fordert die CVP. Die Mehrheit des Stadtrats mag sich damit im Moment nicht beschäftigen.
Feste wie der Zibelemärit sollen die Stadt Bern nach Ende der Pandemie wieder beleben, fordert die CVP. Die Mehrheit des Stadtrats mag sich damit im Moment nicht beschäftigen.
Keystone

Der Berner Stadtrat hält es im Moment nicht für nötig, Massnahmen zur Belebung der Innenstadt nach Ende der Pandemie aufzugleisen. Er hat einen Vorstoss der Mitte-Fraktion am Donnerstag deutlich abgelehnt.

Sibyl Eigenmann (CVP) warb für «Bärn läbt»-Wochen mit verschiedenen Bühnen in der Innenstadt, offenen Läden bis Mitternacht sowie zusätzlichen Märkten. Schliesslich werde die lokale Wirtschaft nach der Pandemie einen Schub brauchen, um die negativen Folgen der Corona-Krise wenigstens teilweise wettmachen zu können.

Die Ratsmehrheit konnte sich mit dem Vorstoss nicht anfreunden. Niemand wisse, wann die Pandemie ausgestanden sei, betonten mehrere Rednerinnen und Redner. Von grossen Festen sei man weit entfernt, und sowieso würden davon nur wenige profitieren.

Im übrigen werde sich die Bevölkerung den öffentlichen Raum selber wieder nehmen, sobald ihr das erlaubt sei. Es brauche keine «behördlich verordnete Bespassung», sagte etwa Michael Sutter namens der SP.

Kein «Berner Batzen»

Chancenlos blieb Sibyl Eigenmann (CVP) auch mit einer Motion, die einen «Berner Batzen» zur Unterstützung des lokalen Gewerbes forderte. Jeder Haushalt sollte demnach einen Gutschein von 200 Franken für lokale Geschäfte erhalten.

Die Ratsmehrheit hegte wie der Gemeinderat die Befürchtung, dass viele Gutscheine in den gleichen Läden eingelöst würden und daneben gerade jene Betriebe nicht zum Zug kommen könnten, die es am nötigsten hätten.

Die Einführung des «Berner Batzen» brächte zudem einen grossen administrativen Aufwand mit sich. Weiter seien die Kosten für die Stadt mit 14 Millionen Franken viel zu hoch. Die Motion wurde mit 70 Nein- zu 4 Ja- Stimmen abgelehnt.

Stadtpräsident Alec von Graffenried rief in Erinnerung, dass die Stadt einen anderen Weg zur Unterstützung von corona-geplagten Betrieben eingeschlagen habe. Das Programm der Mietzinshilfen lief am vergangenen Montag an. Es sieht Ausgaben für die Stadt von maximal fünf Millionen Franken vor.

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