Soziales

Corona führt in Bern zu mehr Gewalt von Jugendlichen gegen Eltern

sr, sda

17.2.2021 - 11:22

In der Corona-Pandemie hat Berns Fachstelle Häusliche Gewalt vermehrt Gewalt von Jugendlichen gegen ihre Eltern festgestellt. (Symbolbild)
In der Corona-Pandemie hat Berns Fachstelle Häusliche Gewalt vermehrt Gewalt von Jugendlichen gegen ihre Eltern festgestellt. (Symbolbild)
Keystone

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf die Fachstellen Häusliche Gewalt und Stalking der Stadt Bern aus. Letztere hat im vergangenen Jahr eine deutliche Abnahme der Fälle verzeichnet, erstere registriert mehr Fälle von Gewalt Jugendlicher gegen die Eltern.

Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Statistik 2020 von Berns Fachstelle Häusliche Gewalt zu entnehmen ist, verzeichnete diese im vergangenen Jahr 17 solcher Fälle gegenüber 10 im Jahr zuvor.

«Jugendliche, die ihrem Alter entsprechend Grenzen austesten möchten, befinden sich aktuell in einem Alltag voller Verbote», sagt dazu Ester Meier, Leiterin des städtischen Amts für Erwachsenen- und Kindesschutz, in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

In diesem Alltag voller Verbote seien Aktivitäten nicht mehr möglich, die für die Entspannung der Jugendlichen essenziell seien – etwa Fitness, Club-Besuche und Treffen mit Freunden. Erschwerend komme die aktuelle Ausbildungssituation dazu.

Dies habe im vergangenen Jahr viele Jugendliche aus der gewohnten Tagesstruktur fallen lassen und den Druck innerhalb der Familien erhöht. Schon in den vergangenen Jahren hatte die Fachstelle Häusliche Gewalt der Stadt Bern mehr Gewalt von Jugendlichen und jugendlichen Erwachsenen gegen ihre Eltern festgestellt.

Insgesamt erhielt die Fachstelle im vergangenen Jahr nicht mehr Meldungen als in früheren Jahren, obwohl sie während des Lockdowns vom Frühling 2020 mehr zu tun hatte. Danach gingen die Meldungen aber deutlich zurück.

Von 147 zurück auf 117

Die Fachstelle Stalking verzeichnete im vergangenen Jahr 117 Anfragen gegenüber 147 im Vorjahr. Den Rückgang führt die Stadt Bern auf die Einschränkungen des sozialen Lebens während der Corona-Pandemie zurück.

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