Spitäler

Covid-19 zieht Furchen in die Rechnung der Insel Gruppe

hn, sda

17.3.2021 - 10:28

Die Coronapandemie hinterliess in den Spitälern der Inselgruppe auch in finanzieller Hinsicht ihre Spuren. (Archivbild)
Keystone

Die Berner Insel-Spitalgruppe hat im vergangenen, von der Coronapandemie geprägten Jahr einen Verlust von 6,7 Mio. Franken eingefahren. In diesem Ergebnis bereits eingerechnet sind die Covid-Abgeltungen durch den Kanton von rund 52 Mio. Franken.

hn, sda

17.3.2021 - 10:28

Das heisst, die Abgeltung des Kantons deckt lediglich einen Teil der finanziellen Belastung der Covid-19-Pandemie ab, wie die Inselgruppe am Mittwoch mitteilte.

Sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich wurden an den sechs Spitälern der Insel Gruppe insgesamt weniger Patientinnen und Patienten behandelt als im Vorjahr.

Zum Jahresbeginn 2020 verzeichneten die Spitäler der Insel Gruppe ein hohes Patientenaufkommen, bevor in den Monaten März und April der nationale Lockdown mit dem Verbot nicht dringlicher Eingriffe folgte.

Auch wenn sich die Fallzahlen nach dem Lockdown wieder rasch erholten, konnte der Rückstand nicht mehr kompensiert werden, wie die Insel Gruppe in ihrer Mitteilung schreibt.

Weniger, aber schwerere Fälle

Die zweite Covid-19-Welle im Herbst und Winter 2020 erforderte einen Ausbau der Intensivbetten-Kapazitäten und personell bedingt wiederum eine Reduktion der nicht dringlichen Operationen. Damit vergrösserte sich der Fallzahlenrückgang gegenüber dem Vorjahr zusätzlich.

Im stationären Bereich gingen die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent zurück (5050 Fälle).

Im selben Zeitraum stieg der durchschnittlicher Schweregrad der behandelten Fälle um 3,8 Prozent an. Bei den ambulanten Fallzahlen verzeichnete die Insel Gruppe einen Rückgang von 2,5 Prozent (21'498 Fälle).

Vom Plus ins Minus

Nach einem Konzerngewinnn von über 32 Mio. Franken im Vorjahr, rutschte die Inselgruppe 2020 mit einem Verlust von 6,7 Mio. Franken in die roten Zahlen ab.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) beläuft sich auf 948 Mio. Franken. Die EBITDA-Marge wird mit 5,5 Prozent ausgewiesen. Der Spitalbetrieb allein verzeichnete einen Verlust von 19,9 Mio. Franken, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn in vergleichbarer Höhe herausgeschaut hatte.

Der operative Cashflow ist gegenüber dem Vorjahr um 25,7 Mio. auf 96,4 Mio. Franken gesunken. Der Geldabfluss aus Investitionstätigkeiten beläuft sich auf 210,4 Mio. Franken. Er geht im Wesentlichen auf Bauprojekte zurück, namentlich die Realisierung des neuen Hauptgebäudes des Inselspitals.

Covid-19 bleibt Herausforderung

Auch das Jahr 2021 wird aus Sicht der Insel-Verantwortlichen massgeblich von der Covid-19-Pandemie geprägt sein. Die Bereitstellung der notwendigen personellen Kapazitäten stelle sowohl fachlich als auch finanziell eine grosse Herausforderung dar, schreiben sie in ihrer Mitteilung. Die kantonale Covid-19-Notverordnung sieht für 2021 keine finanzielle Unterstützung mehr vor.

hn, sda