Coronavirus – Bern

Kanton Bern fährt Contact Tracing und Testkapazitäten zurück

sr, sda

4.3.2022 - 14:01

Das Corona-Drive-in-Testzentrum auf dem Bernexpo-Gelände bleibt nur noch bis Ende Monat in Betrieb. (Archivbild aus dem Oktober 2020)
Keystone

Nachdem der Bundesrat die meisten Corona-Schutzmassnahmen aufgehoben hat, fährt auch der Kanton Bern seine Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie zurück. So schliesst er Ende März das Test-Drive-in auf dem Berner Expo-Gelände und lässt Ende April die Verträge des temporären Personals beim Contact Tracing auslaufen.

sr, sda

4.3.2022 - 14:01

Die Angebote der mobilen Test-Teams sowie die Kapazitäten an den Spitälern werden dem reduzierten Bedürfnis nach Tests ebenfalls angepasst, wie die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) am Freitag mitteilte. Die Bevölkerung kann sich aber weiterhin bei Hausärzten, in Apotheken und in Spitälern testen lassen.

Wie der kantonale Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg vor den Medien ausführte, werden mit einer Ausnahme Ende Monat auch die kantonalen Impfzentren geschlossen. Die einzige Ausnahme ist das Zentrum auf dem Gelände des Berner Inselspitals, das in einem reduzierten Umfang weiterhin Impfungen verabreichen wird.

Der sogenannte Impftruck des Kantons Bern fährt auch nicht mehr herum, bleibt aber im Besitz des Kantons und könnte innert kürzester Zeit wieder einsatzbereit gemacht werden. Bereits Ende Februar wurden die Pop-up-Angebote für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen in mehreren Einkaufszentren beendet.

«Schrittweise zurückfahren»

Zur Bekämpfung des Corona-Virus beschäftigte die kantonale Gesundheitsdirektion zeitweise über 250 Personen. Das ist mehr als die Stammbelegschaft der GSI. Externe Partner inklusive, arbeiteten in der akuten Phase der Pandemie über 2000 Personen im Auftrag des Kantons zur Eindämmung des Virus.

Der Kanton Bern will nun die Aktivitäten gegen das Coronavirus nicht abrupt stoppen, sondern «schrittweise zurückfahren». Das sagte der Chef des Corona-Sonderstabs des Kantons Bern, Andreas Walker, vor den Medien. Es gelte, flexibel zu bleiben, um auf allfällige neue Ausbrüche des Coronavirus reagieren zu können.

So wird laut Kantonsärztin Barbara Grützmacher weiterhin ein Ausbruchsmanagement durchgeführt. Beim Contact Tracing wird ein kleines Kernteam behalten und einige Schlüsselpersonen aus dem Corona-Sonderstab bleiben in der Pandemiebekämpfung tätig. Sie werden schrittweise in die GSI-Regelstruktur integriert.

Das Contact Tracing, also die Rückverfolgung der Kontakte von infizierten Personen, wird laut Pierre Alain Schnegg beibehalten, solange die Isolationspflicht von Infizierten gilt. Seit diesem Winter sind die meisten Prozesse beim bernischen Contact Tracing digitalisiert.

Der Kanton Bern will auch seine Kommunikation zur Corona-Pandemie zurückfahren und weniger häufig informieren. Zudem konzentriert er im Lauf dieses Monats diejenigen «Zugangspunkte», an welche sich die Bevölkerung bei Fragen zu Corona wenden konnte. Gemeint sind Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Dankbarer Pierre Alain Schnegg

Er sei «sehr dankbar», dass die Spitäler im Kanton Bern während der Corona-Pandemie nie hätten Patientinnen und Patienten abweisen müssen, sagte Pierre Alain Schnegg weiter. Er sprach diesbezüglich von einem «Schlüsselelement» zur Bewältigung der Pandemie.

«Ganz wichtig» ist jetzt laut Kantonsärztin Grützmacher die Beobachtung der wegen Corona hospitalisierten Personen. Sie sprach sich auch dafür aus, dass in der Schweiz zur Beobachtung des Coronavirus weiterhin Abwasseranalysen durchgeführt werden.

Grützmacher sagte weiter, auf den Intensivstationen der Berner Spitäler gebe es noch Patienten, welche an der Delta-Variante des Coronavirus erkrankt seien. Es seien Patienten, welche schon länger im Spital lägen. Bei der Mehrzahl der Hospitalisierten werde die Omikron-Variante nachgewiesen. Sequenziert würden aber nur schwere Fälle.

sr, sda