Literatur Kanton Bern zeichnet sechs Literatinnen und Literaten aus

hn, sda

20.6.2022 - 10:46

Bücher, die faszinieren: die bernische Literaturkommission hat sechs Autorinnen und Autoren ausgezeichnet. (Symbolbild)
Bücher, die faszinieren: die bernische Literaturkommission hat sechs Autorinnen und Autoren ausgezeichnet. (Symbolbild)
Keystone

Der Kanton Bern zeichnet vier Autorinnen und zwei Autoren mit dem diesjährigen Literaturpreis aus. Dieser ist mit je 10'000 Franken dotiert. Geehrt werden Martin Bieri, Thomas Duarte, Eva Maria Leuenberger, Johanna Schaible, Noemi Somalvico und Amanda Wettstein.

20.6.2022 - 10:46

Bieri überzeugte die Literaturkommission mit tiefgründigen, vielschichtigen Texten, wie die Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern am Montag mitteilte. In dem Gedichtband «Unentdecktes Vorkommen» stecke ebenso viel Poesie wie Recherche.

Mit dem Bericht über haarsträubende Geschäftspraktiken lässt Thomas Duarte den Angestellten eines wohltätigen Vereins zu philosophischer Hochform auflaufen. Meisterhaft verbindet der Autor gemäss Literaturkommission den skurrilen Büroalltag mit Abenteuern aus prekären Winkeln unserer Welt.

Eine unerschrockene, aber zarte lyrische Annäherung an die Avantgardekünstlerin Theresa Hak Kyung Cha wagte Autorin Eva Maria Leuenberger. In dem Werk überlagern sich hochpolitische Themen wie Identität, sexuelle Gewalt und Angst. Kyung war eine koreanischstämmige Künstlerin, die in New York vergewaltigt und Anfang der 1980-er Jahre ermordet wurde.

Johanna Schaible lotet aus, was war, was ist und was sein wird. In ihrem Buch «Es war einmal und wird noch lange sein» überrascht sie auch mit gestalterischen Elementen.

Gefallen fand die Literaturkommission auch an der bildstarken Sprache von Noemi Somalvico. In ihrem Debütroman «Ist hier das Jenseits, fragt Schwein» lotet sie mit Humor und Poesie das Dies- und Jenseits und die wunderlichen Weiten dazwischen aus.

Amanda Wettstein beschreibt in ihrem Buch mit Empathie und feinem Humor die letzten Stationen des Lebens ihrer Grosseltern Peter und Greti: die fortschreitende Demenz und den Übertritt ins Altersheim.

Die Literaturkommission evaluierte insgesamt 96 Werke, wie sie am Montag mitteilte. Die Preisverleihung findet am 23. November in Bern statt.

hn, sda