Bildung

Kanton will Eltern beim Homeschooling besser auf die Finger schauen

hn, sda

20.5.2022 - 16:19

Schulunterricht zu Hause: der Kanton Bern fordert von den Eltern die Einhaltung des Lehrplans.
Keystone

Gerade während der Coronapandemie haben Eltern ihre Kinder vermehrt zu Hause unterrichtet. Im Kanton Bern war dies einfacher möglich als in manchen anderen Kantonen. Nun hat Bern aber die Zügel etwas angezogen und will den Eltern besser auf die Finger schauen.

hn, sda

20.5.2022 - 16:19

«In der Pandemie haben wir gemerkt, dass Eltern das Gefühl hatten, Fernunterricht geht ganz einfach (..)», wie Erwin Sommer, Vorsteher des kantonalen Amts für Volksschule» der Sendung «Schweiz aktuell» sagte. Dabei hätten die Eltern vergessen, dass «die Schule für sie plant».

Und genau diese Einhaltung des Lehrplans will der Kanton nun von den Eltern einfordern. So müssen Gesuche für Heimunterricht beispielsweise detaillierte Jahres-, Semester- und Quartalspläne enthalten. Die Eltern müssen auch regelmässig Bericht über die Lernfortschritte der Kinder machen. «Das Ziel ist, dass die Kinder jederzeit wieder in die Volksschule integriert werden können», sagte Amtsvorsteher Sommer.

Für die Überprüfung der Gesuche und die Kontrollen sind die Schulinspektorate zuständig. Da die Anfragen in den letzten Jahren aber zugenommen haben, hat der Kanton zwei wissenschaftliche Mitarbeitende zu ihrer Unterstützung eingestellt, wie die Bildungsdirektion den Bericht von «Schweiz aktuell» auf Anfrage bestätigte.

Die Zahl der zu Hause unterrichteten Kinder ist im Kanton Bern von 166 im Schuljahr 2012/13 auf aktuell 934 angestiegen. Der markanteste Anstieg erfolgte ab 2019 mit dem Ausbruch der Coronapandemie.

Im Kanton Bern sind aktuell über 107'000 Kinder an den öffentlichen Volksschulen. Privat werden nicht einmal ein Prozent unterrichtet.

Die härtere Gangart im Kanton Bern passt nicht allen Homeschoolerinnen und Homeschoolern. Der Verein «Bildung zu Hause Bern» hat sich daher am Donnerstag mit dem Kanton zur Aussprache getroffen. Das Gespräch hatte laut Kanton «klärenden Charakter und verlief grundsätzlich in konstruktivem Einvernehmen».

hn, sda